#110 - Interview mit Reto Lipp - Mit 50 aussortiert, mit 70 weiterarbeiten? Die unbequeme Wahrheit über den Arbeitsmarkt
Shownotes
🎙️ Shownotes | CapricornConnect mit Reto Lipp
Wie zukunftsfähig ist die Schweiz wirklich?
Im Gespräch mit dem renommierten Wirtschaftsjournalisten Reto Lipp sprechen wir über die grossen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit und darüber, warum gerade jetzt Mut, Neugier und ein Umdenken gefragt sind.
„Mit 60 will mich sowieso niemand mehr einstellen.“
Ein Satz, den viele Menschen in der Schweiz denken. Doch wie passt das zu Fachkräftemangel, steigender Lebenserwartung und dem Wunsch nach längerer Erwerbstätigkeit?
Reto Lipp spricht Klartext über den Schweizer Arbeitsmarkt, die Chancen älterer Mitarbeitender und die Notwendigkeit einer flexibleren Arbeitswelt. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf die Innovationskraft der Schweiz: Warum entstehen hier erfolgreiche Start-ups und weshalb fällt es ihnen oft schwer, international zu skalieren? Welche Rolle spielt unsere Fehlerkultur? Und wie kann sich die Schweiz in einer zunehmend unsicheren und multipolaren Welt behaupten?
Ein inspirierendes Gespräch über Erfahrung, Unternehmertum, Vertrauen und die Zukunft unseres Landes.
In dieser Episode erfahren Sie:
- Warum ältere Fachkräfte trotz Fachkräftemangel häufig benachteiligt werden
- Weshalb die Schweiz flexiblere Modelle zwischen Arbeit und Pensionierung braucht
- Wie Unternehmen vom Wissen und der Loyalität erfahrener Mitarbeitender profitieren können
- Warum Scheitern in der Schweiz noch immer stigmatisiert wird
- Weshalb der Zugang zu Wachstumskapital für Schweizer Start-ups eine Herausforderung bleibt
- Welche Stärken die Schweiz im internationalen Wettbewerb auszeichnen
- Wie geopolitische Veränderungen, künstliche Intelligenz und der demografische Wandel unsere Zukunft beeinflussen
- Warum Neugier einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für ein erfülltes Berufsleben ist
Zitat der Episode
„Bleibt neugierig. Bleibt interessiert an dem, was um euch herum passiert. Das hält jung.“ Reto Lipp
Über den Gast
Reto Lipp zählt zu den bekanntesten Wirtschaftsjournalisten der Schweiz. Er prägte während vieler Jahre die Wirtschaftsberichterstattung von SRF und moderierte unter anderem die Sendungen ECO, Tagesschau, 10vor10, Arena sowie zahlreiche nationale und internationale Wirtschaftsveranstaltungen, darunter das World Economic Forum in Davos.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Retolib ist der Schweizer Wirtschaftsjournalist und Moderator.
00:00:04: Er prägt er als Leiter des Finanzresorts, der Handelszeitung sowie als Schessredaktor des Finanzmagazins Stox die Schweizer Wirtschaftsberichterstattung.
00:00:14: Zudem moderierte Retolip das Wirtschaftsmagazin Echo beim Schweizer Radio- und Fernsehen-SRF und zählt zu den bekanntesten Wirtschaftsgesichtern der Schweiz.
00:00:26: Nach einem kurzen Engagement bei der UBS im Bereich Wealth Management kehrte Retolib in den Journalismus zurück.
00:00:34: Zuletzt war Retolip in den Formaten wie SRF Börse, Tagesschau, Zenfotsen und Arena präsent.
00:00:41: Zudem moderiert er hochkarätige Wirtschaftsanlässe wie das World Economic Forum in Davos sowie Events des Swiss Economic Forum & Digital Economic Forum.
00:01:11: Freut mich, dass du heute beim Capricorn Connect Podcast da bist.
00:01:15: Herzlich willkommen!
00:01:16: Ich freue mich auch.
00:01:18: Reto ich würde gerne über ein Thema sprechen was dir auch sehr am Herzen liegt der Arbeitsmarkt also vor allem jetzt auch wir sind in der Schweiz in Zürich.
00:01:27: die Demografische Entwicklung ist so das wir immer mehr ältere Arbeitnehmer haben und die Politik und Wirtschaft fordert dass wir mehr gerade jetzt fünfzig plus Leute Arbeitnehmer integrieren.
00:01:41: Wie realistisch ist das?
00:01:42: Was ist deine Perspektive?
00:01:44: Ich glaube es ist eben nicht wahnsinnig realistischer, weil die Politik verfordert das.
00:01:49: Die ganze Zeit!
00:01:50: Die Wirtschaft zum Teil auch.
00:01:52: aber ich sehe einfach auf dem Arbeitsmarkt diese Realität nicht abgebildet.
00:01:58: Die Leute sagen sich, ich finde, ab sechzig bin ich sowieso keine Neustelle mehr kein Mensch wählen mich mehr ab Sechzig.
00:02:07: Ich sehe immer noch Finanzfirmen, die Leute mit Achtundfünfzig in Pension gehen lassen.
00:02:12: Mit Achtunfünftig?
00:02:13: Okay!
00:02:13: Die können sich das vielleicht leisten auch weil sie haben dann ein gutes Gehalt gehabt und können schon mit Achtenfünfzig gehen.
00:02:19: viele finden es ja toll aber wenn man das Gesamtgesellschaft sieht Wirtschaften können wir uns eigentlich nicht leisten Leute mit achtund fünfzig in pension gehen zu lassen.
00:02:28: also ich sehe immer dass die Wirtschaft das zwar fordert, aber auch in der Realität nicht gelebt wird.
00:02:35: Ich hatte mal eine Diskussion mit dem Chef von SwissLife, große Versicherungsfirma im starken Vorsorgebereich und er hat damals ein Interview gegeben, hat gesagt schon vor Jahren war das wir müssen alle bis siebzig arbeiten.
00:02:48: und dann habe ich eine Pressekonferenz bei ihm und ich habe ihn gefragt in ihrer Firma SwissLife wo ist jetzt dort das durchschnittliche Pensionsalter?
00:02:56: Und es waren damals einundsechzig oder so.
00:02:58: Und da habe ich gedacht, ich wäre ja froh wenn bei Indienautisch schon bis fünfundsechzig arbeiten würden.
00:03:02: Bis zum gesetzlichen Alter.
00:03:05: Siebzig ist einfach völlig jenseits und ich glaube... Ich habe letztendlich wieder mal mit Swisslife gesprochen und da hat sich das dann doch verändert dass Pensionsalte so ein bisschen gestiegen.
00:03:13: aber wir sind noch lange nicht bei Fünfund Sechzig.
00:03:15: also Wir sind noch nicht einmal beim gesetzlichen Alten bei einer Firma.
00:03:19: Und ich finde das ja auch gut, dass die Leute sagen können, ich gehe mit zweiundsechzig und dreiundsechszig.
00:03:23: was ich gut fände wäre die totale Flexibilisierung zwischen sechzig- und siebzig.
00:03:29: jedermann so selber auslesen können wann er geht.
00:03:33: Bei uns ist es aber so, ich habe das am eigenen Leib auch erfahren Mit fünfundsehzig fliegst du einfach auf den System raus und wenn Du dann doch noch weiterarbeiten wirst musst Du Dich wahrn...must Du das Ganze übersteuern?
00:03:44: Und eigentlich müsste's umgekehrt sein.
00:03:46: Es müsste einfach weiterlaufen.
00:03:48: Und die Leute, die angehen wollen, die sollen sagen ich gehe.
00:03:52: Aber solange das nicht da ist und Job auch nicht da, wird es sehr schwierig sein.
00:03:57: Die Leute merken instinktiv wir sind eigentlich nicht mehr gewollt Wir werden mit der Sechzig nicht mehr in eine Weiterbildung geschickt.
00:04:05: Wir werden nicht mehr ausgebildet weil die Leute sagen du bist ja eh nur noch fünf Jahre da.
00:04:10: Also ich finde die Wirtschaft müsste dann noch einiges ändern dass die Leute am Schluss in einer Abstimmung sagen, okay wir sind jetzt für siebenundsechzig oder wir sind es für achtundsechs.
00:04:21: Das dürfen Sie noch einige Zeit haben.
00:04:22: Wo ist denn das Problem?
00:04:23: Oder die Ursache des Problems?
00:04:25: Ist das ein Bewusstsein was erst entstehen musste in der Gesellschaft?
00:04:29: Ich glaube eine der Ursachen ist natürlich, dass man sagt ok die Eltern sind weniger flexibel.
00:04:35: Jetzt kommt noch diese ganze KI-Revolution dazu.
00:04:38: Sind alle KI fit müssen wir die noch speziell ausbilden, dann bilden wir die Eltern auch aus und in fünf Jahren sind sie trotzdem nicht mehr da.
00:04:48: Also sparen wir uns das und schauen eher darauf jemand jüngere einzustellen.
00:04:54: Und das Problem ist dass es eigentlich immer jünger wird.
00:04:56: Ich habe heute einen Kollegen der jetzt seit einhalb Jahr arbeitslos im Technologiebereich, der ist jetzt siebenundvierzig und spürt schon irgendwie Die Leute sagen schon, ah, siebenundvierzig, achtenvierzig ist auch fünfzig.
00:05:09: So könnte es schon ein Problem werden und das geht nicht wirklich problematisch weil wir werden älter und die meisten sind nach fünfundsechzig noch fit und es gibt ja Leute, die sind dann wirklich abgearbeitet.
00:05:23: wenn du einen körperlichen Beruf gehabt hast, Mauer gewesen bist oder auf dem Bau gearbeitet hast Dann bist du sicher froh.
00:05:29: dass du mit sechzig gehen kannst finde ich danach okay.
00:05:31: aber es gibt Leute Wir Journalisten zum Beispiel, wir sind jetzt nicht total mit fünfundsechzig also abgearbeitet.
00:05:39: Sondern nachher ein Bürojob im Prinzip und das kann man auch noch fünfundsehzig machen.
00:05:44: Und in diesem Kontext-Reto was ist die Herausforderung?
00:05:46: Gerade im punto Altersvorsorge ja auch weil die Bevölkerung wird älter es ist schwieriger in den Arbeitsmarkt als ältere Person integriert zu sein.
00:05:56: und gleichzeitig Thema Altersvorsorge.
00:05:59: Wo siehst du da
00:06:00: die Herausforderung?
00:06:01: Ich würde sagen, die große Auswahl ist ja auch noch die Demografie weil wenn wir das so weitermachen, wenn wir an diesen fünfundsechzig festhalten dann werden in den nächsten paar Jahren nochmal zehntausende weg sein vom Arbeitsmarkt.
00:06:14: Die ganzen Babyboomer, neunundsechzig war der geboten stärkste Jahrgang in der Schweiz also diese sind fünfundsechtig zwanzigneinundzwanzig also zwanzigeinund zwanziges quasi der Höhepunkt von Leuten die weg sind aus dem Arbeitsmarkt, die wenigstens bis zu den Sechzig arbeiten.
00:06:31: Und der demografische Effekt ist natürlich schon da das dir eine große Rolle spielt.
00:06:36: und aber wir haben natürlich finanzielle Probleme.
00:06:39: Wir haben finanziellen Problemen in der AV.
00:06:41: Die ganze dreizehnte AV Rente ist immer noch nicht finanziert.
00:06:47: es gibt auch verschiedene Modelle jetzt und man diskutieren und diskutiert Und ja, auch die Pensionskrassen haben zum Teil Probleme.
00:06:55: Also ich glaube wir würden uns – es würde dem Sozialen System sehr viel besser tun wenn wir noch zwei Jahre zur Splenge arbeiten würden.
00:07:07: aber das wird ein harter Kampf werden, das durchzusetzen politisch.
00:07:11: da die Koordination mit Politik, Wirtschaft und Arbeit nehmen?
00:07:14: Dass man da bessere Lösungen für den Arbeitsmarkt gerade für ältere findet.
00:07:18: Aber da müsste wirklich die Politik und die Wirtschaft noch ein bisschen besser zusammenarbeiten.
00:07:22: Einfach zu sagen arbeitet länger.
00:07:24: wir müssen das tun wegen dem Finanzen der Sozialsysteme.
00:07:28: Das funktioniert nicht sondern die Wirtschaft muss da auch ein bisschen in die Vorlage gehen und zeigen Wir wollen diese Leute und wir streben jetzt auch mal jemanden mit Und ich finde eben die Leute, die... Ich hatte mal eine Sekretärin eingestellt mit sechsundfünfzig und zwar ganz bewusst weil ich gesagt habe diese Frau hat erstens hohe Sozialkompetenz.
00:07:50: Sie wird nicht so schnell wechseln.
00:07:53: sie ist also sehr loyal und sie hatte wirklich am Telefon und sie war einfach super.
00:07:58: alle haben immer gesagt ah Frau Meier hieß sie!
00:08:01: Frau Meyer ist einfach super uns auch und ich fand das super sie war sechsund fünfzig und hat gesagt mich stellt praktisch niemand mehr an.
00:08:07: es ist schwierig für mich.
00:08:08: Ich nehme dich, weil ich weiß genau du bist nicht in zwei Jahren schon wieder weg sondern bist dann eben sehr loyal und die älteren Mitarbeiter sind meistens auch sehr loyal.
00:08:18: Aber ich finde man muss natürlich vielleicht auch mal ein bisschen mit den Lohnen nachdenken, denn wir haben ja immer noch ein System gelten das man wird des Röhrer Lohnen und vielleicht wenn man dann mal wechselt oder wenn man eine andere Position hat, wenn man sechzig ist, muss man dann vielleicht auch einmal eine Loneinbuße hinnehmen dafür Und eben nicht sagen, ich möchte das noch mehr und mehr lohnen.
00:08:35: Sondern dass es vielleicht solche Karrieren gibt, wo man dann auch mal mit Sechzig gesagt hat, okay, ich hatte jetzt zum Beispiel einen Carded-Job... ...und jetzt gehe ich zurück und mache eben keinen!
00:08:50: Also lohne einen Bußen mit dem Kauf nehmen auf den Elternwürder, gleichzeitig dass die Arbeitgeber nicht zu sehr nach dem Alter schauen sondern mehr auch nach den Kompetenzen.
00:08:59: Ich glaube das ist für mich auch das Problem heute mit der künstlichen Intelligenz.
00:09:02: also wenn du heute auf dem Arbeitsmarkt gehst und dann eben deinen Lebenslauf digital schickst, dann bist du glaube ich bei gewissen Firmen fliegst du einfach schon.
00:09:13: Wenn du nur schon das alte angehst, bist du einfach weg vom Flieger.
00:09:17: Du bekommst gar nicht eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch.
00:09:19: Bist einfach weg!
00:09:21: Und die Firmen werden natürlich im Moment auch gerade mit diesen digitalen Möglichkeiten sind total überfordert.
00:09:27: Ich hatte Personalchecken, die gesagt haben wir haben inzwischen für einen Jobfree hatten wir vielleicht.
00:09:34: heute bekommen wir drei Hundert Bewerbungen, weil jeder der arbeitslos ist muss ja vom Raffia gesehen immer wieder sich bewerben.
00:09:41: und da das heute so einfach ist mit einem Klick hast du die Bewerbung abgeschickt.
00:09:45: Wir bekommen jetzt wahnsinnig viel!
00:09:47: Und wir lassen dann eben die künstliche Intelligenz wieder entscheiden wenn wir überhaupt noch mal zurück schreiben oder wenn wir was zum Vorstellungsgespräch einladen.
00:09:55: und da dreht sich dann die Spirale irgendwie so hoch
00:09:59: Reto, ich würde gerne mal über das Thema Wirtschaftsstandort Schweiz sprechen.
00:10:03: Du hast ja in deiner Karriere mit so vielen Wirtschaftsführern gesprochen und du kennst den Wirtschafts-Standort Schweiz extrem gut.
00:10:09: Deswegen würde ich auch die Gelegenheit nutzen dich zu fragen wie siehst du den Wirtschaft Standort Schweiz im Kontext von Unternehmensgründungen und Startups?
00:10:18: Da tut sich auch einiges.
00:10:20: wir haben auch schon sehr viele Unternehensgründe im Podcast gehabt.
00:10:24: Wie ist deine Perspektive dazu?
00:10:27: Ich glaube Eigentlich eine gute Situation, insofern auch hier in Zürich oder die ETH.
00:10:32: Rund um die Eth haben sich inzwischen viele Start-ups niedergelassen beziehungsweise viele Abgänge der ETH haben auf Start-Ups gegründet und das geht ja hier ein bisschen nach Schlieren und der ganze Große am Zürch.
00:10:44: Das andere ist den Losan.
00:10:45: Die EPFL in Losan hat das auch geschafft.
00:10:48: ich glaube wir haben Wirklich spannende, interessante Firmen.
00:10:51: Das Problem ist dann so ein bisschen der zweite Teil Wenn man mal einen Start-up hat das dann irgendwie größer zu machen zu skalieren, da haben wir dann glaube ich das Problem, weil das Kapital auf nicht war.
00:11:03: Weil wir zu wenig Möglichkeit haben finanziell solche Firmen zu unterstützen.
00:11:09: auch die Banken könnten ein bisschen mutiger werden.
00:11:12: dies bezüglich.
00:11:13: von daher gesehen.
00:11:14: Ich glaube wir sind gut unterwegs, haben innovative Startups aber immer darum geht die Größe zu machen und zu skalier.
00:11:21: Da gehen dann die South of the Air nach Amerika und etablieren sich dort oder gehen an die amerikanischen Börse.
00:11:29: Also wir haben ja On-On hier, oder die Schuhe, die Sportschuhe eine riesige Erfondsstory eigentlich in einem speziellen Bereich auch Und diese sind eben eher an die New Yorker Börsen gegangen aus der Geldwohnung aus in Zürich.
00:11:42: Und das spricht schon dafür, dass wir einfach der Finanzmarkt ist wie die Start-ups nicht so ausgereift.
00:11:49: Viel zu wenig ausgereicht.
00:11:50: Obwohl sehr viel Geld hier ist und sehr viel mehr Geld hier.
00:11:52: Also da müsste man vielleicht mit Fonds, Vengekörpeln, die für uns in so mehr machen können.
00:11:56: Würdest
00:11:57: du sagen es Risikobufs sein?
00:11:58: Ist vielleicht ein anderes als jetzt zum Beispiel in Amerika?
00:12:01: Ja
00:12:01: ich glaube, das ist ein ganz großes Problem.
00:12:03: Man will in der Schweiz keine Fehler machen.
00:12:05: wenn man keine Fehler macht dann kann man auch keine Risiken eingehen.
00:12:09: und Fehler werden eben auch in der schweiz nicht so sehr verzehnt.
00:12:12: Wenn jemand mal gescheitert ist mit seiner Firma oder der erste Teil der Firma war, kein Erfolg dann ist man eigentlich geliefert in der Schweiz.
00:12:21: Da muss man nach Amerika auswandern wenn wir eine zweite Chance haben und das ist doch eigentlich schade!
00:12:26: Man müsste mehr Leuten eine zweite chance einrollen.
00:12:30: Also mehr dass scheitern auch akzeptieren?
00:12:31: Ja genau,
00:12:32: das ist in der Schweiß absolut nicht akzeptiert.
00:12:36: die Leiter runtergefallen ist, den will man dann eigentlich nicht mehr sehen.
00:12:40: Also so gebrannt
00:12:41: mag
00:12:41: das ein bisschen?
00:12:42: Genau!
00:12:42: Wenn man mal einen Flock gehabt hat... Ich hatte letztendlich eine Unternehmungsgründerin, die ich damals auch so ein bisschen begleitet habe mit Interviews und Beiträgen und es wirklich gescheitert.
00:12:54: Und sie hat jetzt ein Buch geschrieben und es ist einer der ganz wenigen, die auch mal hinstellt und sagt, ich bin gescheitet, ich habe dieses und dieses falsch gemacht, ich hab mich zu stark auf das konzentriert Und ich fand das sehr mutig von ihr, weil ich nicht weiß.
00:13:09: Kann sie jetzt in diesem Start-up bis es noch einmal mit einer neuen Firma anfangen oder wird ihr dann immer wieder um die Ohren gehauen?
00:13:16: Du bist gescheitert!
00:13:18: Das finde ich schade... Es gibt so viele Möglichkeiten und wenn man mal halt gescheitert ist, dann lernt man ja auch etwas daraus.
00:13:26: Und das ist vielleicht beim zweiten Mal besser.
00:13:29: Absolut!
00:13:30: Und Reto nichtsdestotrotz ist die Schweiz ja eine Erfolgsgeschichte.
00:13:33: also ich meine die Schweiz hat ja jetzt nicht gesegnet mit Rohstoffen wie jetzt andere Länder wie Venezuela, Nigeria oder sind Babfe, die sind da wirklich rohstoffweiche Firmen.
00:13:47: Die Schweiz hat es trotzdem geschafft sich zu etablieren in ihrer Geschichte als eines der reichsten Länder in der Schweiz, worauf führst du das zurück?
00:13:55: Also Rohstoffe sind ja manchmal auch nicht gut.
00:13:56: Es gibt ja diesen Rohstofffluch.
00:13:58: also Länder die sehr gesegnet sind mit Rohstoffen funktionieren meistens nicht so gut weil sich irgendeine Elite an den Rohstoff bereichert und eigentlich dass da nicht drunter geht.
00:14:09: zum großen Volk Ich glaube die Schweiz hat einfach das große Glück sehr viele unterschiedliche Industrie zu haben.
00:14:18: Also wir sind eben nicht so wie die Deutschen, die so unglaublich an der Autoindustrie hängen und wenn dem Problem hat dann haben... Nicht nur die Autofirmen ein Problem sondern alle Zulieferer auch noch.
00:14:27: Und das sind dann Hunderttausende von Arbeitsplätzen!
00:14:29: Wir haben eine sehr diverse Wirtschaft.
00:14:32: also wir haben ja einerseits die Urne-Industrie, da wird ganz anders, die ganze normale Industrie, Metalltechnik, Maschinenmärchenindustrie.
00:14:39: Wir haben aber auch die Banken, wir haben einen sehr großen Versicherungsbereich was das wird oft unterschätzt.
00:14:47: Also, Zürich ist ein großer Standort für Rückversicherung und überhaupt für Versicherungen.
00:14:51: Ganz toll!
00:14:52: Und die haben eigentlich fast schon die Banken etwas überholt... ...und wir haben auch Tourismus.
00:14:56: zum Beispiel läuft auch und so.
00:14:58: Wir sind sehr unterschiedlich und das ist das Gute.
00:15:00: wenn dann eine Industrie mal nicht so gut läuft, läuft dann vielleicht die andere besser.
00:15:04: Wir haben ja auch noch die Pharmaindustrie ganz wichtig, pharma extrem wichtig.
00:15:08: Vielleicht haben wir da sogar einen Klumpenrisiko sowie die Deutschen einen klumpen Risikobereit in der Industrie haben jetzt bei der Farbe hindus, die wenn man das Wachstum anschaut in den letzten Jahren in der Schweiz dann war meistens die Hälfte des Wachstones waren eigentlich auf die Pharmafirma zurückzuführen.
00:15:25: Und wir wissen die Probleme, die wir jetzt haben mit Amerika und so.
00:15:28: Der Trump will die Pharma-Kreise runtersetzen und will auch dass die Pharmafirmen eben investieren in Amerika nicht mehr in Basel unter Umgebung.
00:15:37: Da haben wir ein gewisses Kundenwiesig.
00:15:39: aber gleichzeitig ist Pharma natürlich eine Industrie, die sehr wenig von der Konjunktur abhängig ist.
00:15:44: also wenn dann irgendwie konjunkturell sensitive Branchen ein Problem haben wie die Industrie generell oder den Metallbau die Elektroindustrie Dann ist die Farbe in der Streamer stark, weil sie hat ganz andere Zykler.
00:15:55: Da geht es mehr um die Zyklern und die Medikamenteentwicklung über die Gesundheitsfragen als eben um die Konjunktur.
00:16:01: Und das gleicht das Ganze wieder aus!
00:16:03: Aber ich würde auch nicht zu positiv sein.
00:16:05: Ich hatte gerade gestern oder Montag ein Interview mit dem Chef von Hurlikon.
00:16:10: Hurlikón übrigens im Kanton Schwyz bei Heimatet ist eine Konzernte heute noch zehntausend Mitarbeiter.
00:16:15: Und von diesen Zehntausenden immer noch – und das hat er dann als sehr positiv gewertet – immer noch zehn Prozent in der Schweiz.
00:16:22: Und er hat gesagt, das ist schon etwas.
00:16:24: wir haben natürlich in der Schweiz ein Kostenproblem.
00:16:28: Die Energiekosten sind hoch – noch nicht ganz so hoch wie in Deutschland.
00:16:30: aber die Energiekossen sind auch, die Löhne sind hoch, generell die Immobilienkosten und eher sagen, das habe ich schon spannend gefunden.
00:16:39: Wir versuchen unsere Jobs in der Schweiz zu halten Aber wir bauen nicht aus in der schweiz wir expandieren nicht.
00:16:47: Wir halten das einigermaßen und sind stolz darauf, dass wir in der Schweiz halten können.
00:16:51: Wir sind eine Schweizer Firma und wollen auch hier als Schweizer Firmen sein – aber wir expandieren nicht!
00:16:55: Und das ist schon das große Problem der Industrieverarmung.
00:16:58: Wir haben jetzt noch dreihunderttausend Industriearbeitsplätze Das ist sehr gut.
00:17:03: Andere Länder wie Frankreich zum Beispiel, die haben noch zehn Prozent.
00:17:06: Wir haben noch zwanzig Prozent der Beschäftigten in den Industrie.
00:17:09: In Frankreich sind es noch zehn.
00:17:11: In den USA sind's auch noch zehn, nur noch zehn prozent.
00:17:14: Deutschland und die Schweiz waren ein bisschen besonderheit.
00:17:17: Jetzt Deutschland leidet extrem unter der Autoindustrie und generell unter der Flaute.
00:17:21: Und hier die Industrie hat natürlich schon auch ein Problem weil die Industrien, die Metallindustrie, die Maschinenindustrie elektronisch sind.
00:17:27: Die ist am meisten von den Zöllen betroffen wenn man jetzt von Amerika spricht, weil die Pharma-Firmen sie ja noch nicht betroffen.
00:17:34: Aber die Industrie leidet da stark.
00:17:37: und ob wir wirklich diese Zahl von Arbeitsplätzen halten können das frage ich mich, weil es ist einfach wahnsinnig teuer geworden in der Schweiz zu produzieren.
00:17:45: natürlich kannst du heute mit den Möglichkeiten der Automation Roboter und so einsetzen.
00:17:51: Das funktioniert zum Teil auch und es gibt auch Leute die sagen dass kommen Arbeitsplätze wieder nach Europa zurück die man in der Nasien gegangen sind wegen den Lohnkosten.
00:17:59: Die Lohnkosten spielen nicht mehr so eine große Rolle in der Produktion, aber trotzdem... Also die Schweiz hat schon ein Problem, ein Kostenproblem.
00:18:05: Da kommt der Franken noch dazu und hat er mir auch gesagt wir sind zwar sehr produktiv und wir machen das gut hier, aber der starke Franken- und die hohen Kosten sind wirklich ein Problem und da müssen wir uns vielleicht schon bisschen auch an der eigenen Nasien, auch die Energie Kosten sind ein Problem.
00:18:25: Also Industrie in der Schweiz, aus der Schweiz herauszumachen ist schwierig.
00:18:30: Vieles ist ja schon abgewandert und er hat es zum Beispiel gesagt schauen wir vor dreißig Jahren und da war die Schweizer Ansprache in der Rüstungsindustrie noch ein wichtiger Faktor.
00:18:37: das ist alles weg in der Zwischenzeit.
00:18:40: Wir müssen da schon aufpassen dass wir nicht die Konkurrenzfähigkeit Also
00:18:44: teurer Standort, dass die Herausforderungen und starke Franken natürlich für die Export-Ratschaft
00:18:47: sind.
00:18:48: Und dann natürlich auch den Zugang zu Europa – also man braucht den Zugangs zu merken, wir sind ein Exportland.
00:18:52: Wir brauchen einen guten Zugang zur Europa mit neuen Verträgen jetzt wieder und natürlich auch zur Amerika ganz klar!
00:19:00: Und natürlich auch zu den anderen Ländern.
00:19:01: Das was der Bund heute macht ... Die ganze Zeit unterwegs und versucht, neue Freihandelsabkommen zu bekommen.
00:19:09: Indien jetzt ganz wichtig, Mercosur ganz wichtig und Zugang zu neuen Märkten ist ganz ganz wichtig.
00:19:17: aber Amerika ist halt schon wichtig und wenn er dort einen Zoll bekommt von neunundreißig Prozent dann ist es eine Katastrophe.
00:19:22: Jetzt sind wir weiter runter aber wir sind.
00:19:24: obwohl wir jetzt weiter runter sind sind wir immer noch siebenmal höher als jetzt noch vor einem Jahr dass diese Zölle in Kraft getreten sind.
00:19:31: Und das ist einfach schrecklich, was da mit diesen Zöllen passiert.
00:19:34: Das ist einfach nicht ökonomisch, nicht begründbar, warum man jetzt Zölle machen soll, die die Amerikaner zu neunzig Prozent selber bezahlen.
00:19:41: Also es ist eigentlich ihr Witz.
00:19:43: Also da wichtig gute Beziehungen mit der Welt weiterzupflegen?
00:19:46: Ja!
00:19:46: Das ist wichtig.
00:19:48: Wo geht die Reise hin, Retor?
00:19:50: Wir sind ja in der Zeit.
00:19:51: dieser bewegtes Moment gerade mit den geopolitischen Neuordnungen.
00:19:57: Wie kann sich die Schweiz positionieren für die Zukunft?
00:19:59: Ich habe gerade heute gelesen, die Schweiz wurstelt sich immer durch.
00:20:03: Das ist schon so... ich hatte mal den Wirtschaftshistoriker Tobias Schlamann gesehen und er hat gesagt Wenn man sagt Die Schweiz hat keine Strategie!
00:20:11: Die Schweiz hatte noch nie eine Strategie Und er sagt das ist sogar das Erfolgsgeheimnis der Schweiz Weil wenn du eine Strategies hast dann musst du die abarbeiten Konsequent Und wenn du keine Strategien hast bist du viel flexibler.
00:20:23: Da kannst du mal heute das machen und morgen das So wie Trump das macht und heute auch morgen das Keine Strategie Und so kannst du dich vor allem aus kleines Land zwischen den Blöcken irgendwie durchwursten.
00:20:34: Ich glaube, das hat die Schweiz immer gemacht.
00:20:37: Es ist einfach die Frage ob heute uns die Großmächte das noch durchgehen lässt – dieses Durchwurst.
00:20:43: Früher gab es diese klare Trennung hier der Westen, hier der Osten und hier der Einflussbereich des Sowjetunions und hier die USA.
00:20:51: Wir gehörten eher zum Teil USA und waren vielleicht auch noch nützlich für die USA den Westen als Finanzplatz usw.
00:21:00: Und heute ist natürlich die Welt sehr viel polarisierter, also jetzt nicht mehr so zweigeteilt sondern sind vielleicht vier oder fünf multipolare Kraftzentren und da ist es natürlich schwieriger geworden mit allen guten Kontakte zu haben und sich da irgendwie zu positionieren.
00:21:17: Andererseits glaube ich eben auch hat die Schweiz schon einen großen Vorteil, wenn wir jetzt wieder sehen was da in Dubai passiert oder alle wollten nach Dubai.
00:21:23: Dubai ist die Zukunft.
00:21:25: Ich will mein Geld in Dubai haben und die Schweizer Bauern sind ja alles auch dort hingegangen.
00:21:29: Und da zeigt sich dann plötzlich wie wichtig eben ein sicheres Umfeld ist, wie wichtig das Vertrauen ist, die Sicherheit ist... ...und da kann die Schweiz glaub ich immer noch punkten gerdere mir jetzt in dieser Situation sein.
00:21:41: Also da haben wir schon einen guten Faktor und der Schweiz funktioniert ja alles so langsam Und das wird oft bedauert, aber hat auch seine Vorteile.
00:21:48: Es gibt keine erratischen Entscheidungen wo die Wirtschaft jeden Tag wie jetzt in den USA vor neuen Fakten steht und so kann einfach kein Vertrauen entstehen.
00:21:59: In der Schweiz geht es eben sehr langsam und die Politik reagiert eigentlich erst wenn die Wirtschaft schon längstens dort ist, wo sie sein will und das hat auch eine große Vorteil.
00:22:08: Diese Langsamkeit führt immer dazu dass man sicher ist, dass man das hat übrigens der Industriechef Ölich und mir auch gesagt, dass das große Problem ist bei Industrien geht es immer um Investitionsentscheide die lange andauernd sind.
00:22:26: Und wenn du nicht weißt was passiert morgen dann investierst du einfach nicht.
00:22:30: Dann hältst du dich zurück weil die Investitionszyklen sind so lange und da braucht man einfach Sicherheit dass man in den letzten zwei, drei Jahren nicht wieder andere Entscheidungen
00:22:41: hat.
00:22:41: Die Rechtssicherheit
00:22:43: ist ganz wichtig die Sicherheit der Politik auch das ist für Investitionsentscheidung wirklich das A und O Und weshalb man in den USA das nicht versteht, ist es mir ein Reiz.
00:22:53: Ja und du siehst ja jetzt in Dubai, Dubai wird angegriffen von der iratische Welt also physisch angegriffene militärischen Angriffe vom Iran.
00:23:00: da sieht man mal jetzt wollen die ganzen Leute erschienen sozusagen.
00:23:04: Genau!
00:23:04: Wir haben gespannt wie sehr das jetzt diesem Platz auch schadet.
00:23:10: Das war ja so the place to be, auch viele Firmen haben gesagt wir müssen da in mittleren Osten sein.
00:23:16: das gibt hervorragende wirtschaftliche Möglichkeiten.
00:23:20: und was ich jetzt auch gelesen habe interessanterweise dass diese Golfstaaten unheimlich viele amerikanische Staatspapiere erhalten.
00:23:28: und wenn die dann jetzt beschäftigt sind mit dem Wiederaufbau oder mit dem Reparieren dieser Pipelines Ölfelder, dass die ja eben das Geld nicht mehr haben um amerikanische Staatsanleihen zu kaufen.
00:23:40: Und wir wissen ja, dass wir da ein riesiges Problem haben insofern als der amerikanischen Staatshaushalt außer Kontrolle ist, riesige Defizite sich aufbauen.
00:23:50: und wer will denn auch diese Staatsanlei noch kaufen?
00:23:52: Weil die Chinesen verkaufen auch, die Japaner haben zum Teil auch ein Problem, die haben auch viele gekauft und wir Schweiz haben auch noch, Nationalpark hat auch noch ein paar Staatspapiere.
00:24:04: Das könnte noch ein Problem.
00:24:06: Aber es ist schon so, dass diese Region war eine Region wo man gesagt hat das ist das aufstebende Finanzzentrum.
00:24:14: ich weiß gar nicht was jetzt passiert damit.
00:24:17: Weil Kapital ist ja sehr flüchtig oder?
00:24:19: Ja.
00:24:19: Kapital, ist schnell weg, ist auch wieder schnell weg.
00:24:23: Absolut!
00:24:25: Also mal gespannt wie's weitergeht.
00:24:27: Rito, du hast ja so viele spannende Leute in deiner Karriere treffen dürfen, interviewen dürfen.
00:24:34: Mich wird jetzt mal interessieren, gibt es eine Persönlichkeit die dich ganz besonders beeindruckt hat?
00:24:40: Mich beeindruckten eigentlich immer Unternehmen Grundsätze und ich merke das auch bei den Zuschauerzahlen.
00:24:45: Zuschauern reagieren immer sehr positiv auf Unternehmungen.
00:24:48: Ich hatte mal ne Sendung, ich sag das immer gerne, ich hatte mir Sendung.
00:24:51: da hatte ich den CEO der UBS, CEO der Zürich-Versicherung, CEO von ABNI Also drei SMI-Chefs in einem Studio zur gleichen Zeit, das ist ja extrem schwer.
00:25:03: Die sind alles sehr beschäftigt.
00:25:04: Die zusammen mit einem Studium bekommen, die ist dann auch wirklich schwierig.
00:25:07: Ich war ganz stolz und dann die Quote am anderen Tag niederschmetter.
00:25:14: Schlecht angekommen!
00:25:15: Warum sind alle schlecht angekommen?
00:25:17: Weil sie einfach oder sehr oft...die sind so eingezwingt.
00:25:22: Kommunikationsabteilung schreibt Ihnen vor, was du jetzt so sagen darf.
00:25:26: Legal sagt Ihnen das auch noch und dann fühlen Sie sich – und da müssen Sie noch aufpassen – börsenrelevante Dinge dürfen sie auch nicht sagen?
00:25:33: Also die achten auf jedes Wort!
00:25:36: Und das macht es dann so langweilig für die Zuschauer weil die Leute merken, dass spult irgendjemand irgendeinen Text ab der jemand anderes vorgegeben hat.
00:25:46: Das hat dann nichts mit der Person selbst zu tun.
00:25:48: Es ist nicht authentisch.
00:25:51: und instinktiv merken, dass sie zuschauen können.
00:25:53: Vielleicht gar nicht sagen warum habe ich jetzt abgeschaltet?
00:25:56: Aber Sie haben irgendwie gemerkt das betrifft mich nicht.
00:26:00: Ich mich
00:26:00: interessiert.
00:26:00: Also es trifft auch keine Emotionen oder... Es gibt
00:26:02: keine Emotion!
00:26:04: Genau.
00:26:04: Und jemand hat kürzlich gesagt eine Kommunikationsberatung man muss Informationen immer mit Emotion verbinden.
00:26:11: nur so kommt's überhaupt an.
00:26:14: Reinige Informationen wollte.
00:26:15: einfach ein paar paar Datenabspule, was viele dann auch in den Pressekonferenzen machen bringt es eben gar nicht.
00:26:22: Weil die Leute haben nach drei Daten haben sie schon wieder vergessen sondern du musst das verbinden mit einer gewissen Emotionalität.
00:26:30: Nicht dass du jetzt ausflippst oder sowas aber Du musst irgendwie etwas von dir selbst auch mitgeben, damit du authentisch
00:26:37: bist.
00:26:37: Also das heißt keine Angst davor zu haben?
00:26:38: Auch sich selber ein bisschen zu öffnen... Ja genau!
00:26:41: Und das haben natürlich dann Unternehmen die eine Firma selbst besitzen.
00:26:44: Ich hatte dann drei Wochen später eine Sendung mit drei KMU-Unternehmen, die eigentlich gar nicht bekannt waren oder die niemand kannte.
00:26:51: Ich kann mich gut erinnern.
00:26:52: Eine Frau hat eine Firma in Obwalden, einer der größten Firmen in Obalden, internationale Firma Und er hat gesagt, das ist meine Firma.
00:26:59: Ich habe gesagt kommen Sie mit einer Kommunikationsfrau oder Mann vorbei?
00:27:03: Nein ich bin meine eigene Kommunikation!
00:27:05: Ich sage das was ich will weil ich bin hier die Chefin und ich lasse mir von niemandem vorschreiben wie ich zu wirken habe.
00:27:12: Das gibt dann einfach eine gewisse Glaubwürdigkeit.
00:27:14: Die Leute haben das super gefunden.
00:27:15: Die haben die Leute gar nicht gekannt aber die waren dann plötzlich als die Drei, es waren da drei Kräumen Vertreter aus sich so zu sprechen begann, haben die Leuten gefunden wow das ist sehr interessant.
00:27:25: was sind denn das für Leute?
00:27:26: und so haben wir noch gar nie gesehen sehen, spannen.
00:27:28: Und das ist glaube ich schon das Rezept.
00:27:31: Ich denke hier zum Beispiel an so Leute wie Peter Spule zum Beispiel oder dass es jetzt eines der großen Beispiele hat die Firma begonnen als er sie übernommen oder kaufen konnte Mit einem Kredit übrigens der Turgao-Kantonalbank.
00:27:44: Es ist immer noch sehr verbunden, weil die einzigen gewesen sind, die mehr einen Kredit gegeben haben und da waren es eben die acht oder zehn Leute in der Firma.
00:27:52: Und jetzt sind es achtzehntausend Leute!
00:27:54: Das ist natürlich ein unglaubliches Lebenswerk und das finden die Leute auch sehr respektabel.
00:28:02: Der Mann hat
00:28:02: etwas geschafft
00:28:03: und er hat ja tausende Arbeitsplätze in der Schweiz geschaffen.
00:28:06: Das ist schon eine Story und er macht das gut.
00:28:10: Umgänglich ist er nicht abgehoben.
00:28:12: Ich glaube, das sind auch die meisten Unternehmer, die sind eben nicht so abgehobene gewisse Manageren, wo man sich dann fragte, wenn jemand vierzehn Millionen verdient, jetzt zum Beispiel der neue Julius Baerchef hat noch einen Abfinden bekommen.
00:28:26: Dann haben sie das wirklich verdient?
00:28:30: Ich meine bringen die das wirklich und... Bei einem Unternehmen, der von zehn Leuten auf achtzehntausend Leute ging, muss man das gar nicht fragen.
00:28:38: Da weiß man, da ist es netten Leistungen.
00:28:40: Und Peter Spuller war ja auch politisch aktiv?
00:28:42: Genau!
00:28:43: Er war Nationalrat und er hätte auch Bundesrat werden können.
00:28:46: Also er wäre jetzt easy aus dem Bundesrat gewählt gewesen.
00:28:48: sogar die Linken haben ihn gut gefunden.
00:28:51: aber er hat immer gesagt... das Unternehmische geht für mich vor.
00:28:54: Ich muss für meine Firma da sein, ich habe Tausende von Arbeitsplätzen die sichern und kann jetzt nicht einfach mich verabschieden nach
00:29:00: Bern.".
00:29:01: Rito, ich würde auch gerne mal über gewisse Wirtschaftskandale sprechen.
00:29:06: Gibt es irgendein Wirtschaftskandal in deiner Karriere also den du beobachtet hast der dich jetzt sagen würdest?
00:29:14: Das war doch ein Wirtschaftskandal der mir noch in Erinnerung geblieben ist.
00:29:19: Ich meine, am besten Erinnerungen ist natürlich der Untergang bei Credit Suisse jetzt genau drei Jahre
00:29:24: hier und das
00:29:25: ist ja nicht nur ein Ereignis gewesen sondern ich glaube wir haben zehn jahrelang über die Credit Suisses berichtet und es gab jedes Jahr einen Skandal.
00:29:36: Über zehn Jahre ging der Prozess überhaupt
00:29:38: auch?
00:29:39: Ja, also das war wirklich oder wahrscheinlich hat's noch früher begonnen Und
00:29:45: immer wieder eine Hierbsbotschaft, die
00:29:47: neu dazugekommen ist und am Schluss war dann einfach eins kann da allzu viel.
00:29:52: Was ich das Spannende finde bei der Creditswies ist dass wir hier zum ersten Mal etwas gehabt haben was es früher auch gab.
00:29:58: aber früher gab es sogenannte Bankruns, also dass die Leute hingegangen sind vor den Fialen gestanden haben.
00:30:06: Wir wollten Geld zurückkommen und dann zahlen wir in die langen Schlangen vor den Filianen.
00:30:10: Das war früher.
00:30:11: Heute geht das alles bei Knopfdruck.
00:30:13: Also wir hatten da an dem ersten einen richtig digitalen globalen Bankrumpf.
00:30:18: Und die Ersten, die das Geld abgezogen haben – interessant!
00:30:20: Da weiß ich, es war schon im Oktober zwanzig zweiundzwanzig, das war ein halbes Jahr bevor der Untergang waren die Asiatinnen.
00:30:25: Die asiatischen Kunden haben im Herbst, zwanzi-zweinzwanzigen Oktober massiv Geld quasi per Knopfdruck abgezogen.
00:30:33: Und dabei kann es dann eigentlich schon im Herst, als ich zweiundzwanzig bin, das hat sich immer stärker akzentuiert und interessanterweise hatte ich in Dezember zwanzig-zweiundzwanzeig hatte ich den Verwaltungsratspräsidenten in der Sendung und ich habe ihn gefragt könnte dass wir sie haben?
00:30:47: Wir hatten sogar eine Spezialistin, eine Speziellistin über Governance und die hat damals in der Sendenung gesagt, wir haben uns noch überlegt in Dezember zwanzich-zweizig sollen wir das ausschlagen.
00:30:59: Sie haben gesagt Man muss jetzt das undenkliche Denken in Sachen Kriegeswisse.
00:31:05: Und das undenkebare, das wäre eben der Untergang gewesen.
00:31:09: Und ich hab das im Dezember gesagt, soll ich das jetzt in die Sehnung ausstrahlen oder nicht?
00:31:14: Weil natürlich weiß man wenn man solche Jupsbotschaffen verkündet dass dann so ein Bankraum noch schneller geht.
00:31:20: wir haben es dann gemacht und dann war aber Verwaltungsarzt mit dem, da der etwa dreimal gesagt hat we are solid like a Swiss Rock.
00:31:29: Die Schweizer Berge sind auch nicht mehr so solide wie die jetzt weiß nach den Bergstürzen und das war dann bei der Krise eben auch so.
00:31:37: Und das war schon nichts... weil ich bin Zürcher!
00:31:39: Ich bin aufgewachsen hier und die Credit Suisse drohnte schon immer über dem Paradeplatz auch als kleines Kind und so und dass dieses Emblem da jetzt fällt In sich zusammenfällt.
00:31:53: Das war schon ein sehr, sehr einschneidendes Ereignis.
00:31:56: Ich habe mich damals auch eine ganze Woche beschäftigt, dass ich den fünften März begann und es ging dann am Wochenende am Mittwochen.
00:32:05: Und ich war noch am Freitag in der Arena.
00:32:11: Da haben wir eine Arena gemacht, das eine Sendung über die Creditswisse ist.
00:32:14: Dann haben alle gesagt jetzt lassen wir mal die Credices in Ruhe Das kommt schon gut, wird alles wunderbar.
00:32:20: Und ich hatte damals schon ein schlechtes Gefühl.
00:32:22: und dann das war am Freitagabend, am Samstag ging es los und am Sonntag war die Bank erledigt und verkauft an die
00:32:29: UBS.
00:32:29: Wow!
00:32:29: Fast schon so einen Trauma?
00:32:31: Ja,
00:32:31: das ist ein Trauma auch der Schweizer Finanz.
00:32:36: Ich habe es nicht verstanden bis heute nicht, warum man das nicht hätte in irgendeiner anderen Weise machen können.
00:32:42: Jetzt haben wir nur noch eine Großbank.
00:32:44: also beim nächsten Problem kommt niemand mehr hin und rettet das, indem man das dann einfach fußiert.
00:32:49: Die Nationalbank vielleicht?
00:32:50: Ja die
00:32:50: Nationalbank, aber das ist eben das große Problem.
00:32:56: Das ist nach so einer Sache, dass mir mal auch ein bekannter CEO gesagt – das Problem, das die Nationalbahn kann schon Franken drucken!
00:33:07: Aber die meisten Verpflichtungen an der Großbank wie den UBS sind in Dollar.
00:33:12: D.h.,
00:33:12: die Nationalbanke ist auf dem Gutwill der amerikanischen Notenbank angewiesen, dass die Notenbank die amerikanische uns Dollar gegenüber Frank liefert.
00:33:22: Und die Amerikaner könnten theoretisch sagen wir geben euch jetzt keine Dollar mehr und wir wissen ja wie erratisch die amerikalische Politik ist.
00:33:30: Wie weit jetzt der Einfluss des Weißenhauses auch auf die Fed erreicht?
00:33:34: Und dann hätte die Nationalbank keine Chance mehr weil sie hätte dann die Dollar einfach nicht.
00:33:38: im Moment brauchen würde.
00:33:40: Das ist zu einem immer noch ziemlich undenkbarer Szenario, weil die Nau-Notenbanken sehr gut zusammenarbeiten untereinander... Aber das ist schon ein Problem!
00:33:47: Wir können keine Dollar drucken aber unsere Großbank haben sehr viele Dollarverpflichtungen.
00:33:52: Und ob die dann das alles im Notfall da nochmal rippen könnten, auch wie die Nationalbahn könnte.
00:33:57: Dass dann eine Nummer zu groß wird.
00:33:59: Rito zum Abschluss habe ich noch eine Frage, die ich immer gerne meinen Gästen stelle ist wenn du dir jetzt eine Superpower wünschen würdest welche wäre das?
00:34:09: Also du gehst jetzt aus dem Studio raus neben deinen Super-Powern, die du ja schon hast hast noch nicht zusätzlich.
00:34:14: was würdest du dir wünscht?
00:34:17: habe jetzt viel über die, wenn man das jetzt wieder so sieht um die Energiemärkte nachgemacht wird.
00:34:21: Ich hätte gerne eine Superbrauer wo wir kostenlos... Energie herstellen könnten, die immer da ist und immer verfügbar ist.
00:34:31: Aber in den letzten Monaten habe ich wirklich gemerkt wie sehr wir von der Energieabhängung sind.
00:34:38: Wir wollen zwar auf Elektrostrom umgehen aber dann haben wir einen Stromprogramm anders auch und bei dem anderen haben wir ein Problem dass die Ölpreise so hin- und hergehend wieder nach oben gehen also einfach grenzenlos Energie herstellen zu können ohne Probleme, weil jede Energiequelle hat ihre Vor- und Nachteile leider.
00:34:59: Und ich hätte mir gerne eine Energiequelle, die nur Vorteile hat!
00:35:02: Das würde ich gern aus.
00:35:02: Superpower
00:35:03: und limitierte Energie, das finde ich cool.
00:35:05: Ja,
00:35:05: aber wie ist der Grundlage eigentlich?
00:35:07: Und wir sind uns oft dessen nicht bewusst.
00:35:09: Wir brauchen einfach einen, haben es viel, dass es da, aber es könnte schon morgen ein größeres Problem sein.
00:35:15: Wir sehen was dann passiert.
00:35:18: In Spanien war das, glaube ich, diese große Stromunterbruch für drei, vier Tage.
00:35:22: Das ist entsetzlich!
00:35:23: Das ist das teuerste was passiert.
00:35:25: Oder in Berlin gab es das
00:35:26: ja auch vor?
00:35:27: Die Leute haben gefroren in ihren Wohnungen bis das endlich dann wieder funktioniert hat.
00:35:31: Also Strom ist schon die Grundlage überhaupt die Energie und der Grundlage unserer ganzen Wirtschaft.
00:35:38: Und wenn das nicht da ist können wir einpacken.
00:35:42: Reto, wenn du dir jetzt eine Autobiografie kaufen würdest von wem wäre das und warum?
00:35:47: Gute Frage.
00:35:48: Also ich lese nicht so gerne Autobiografieren, muss ich wirklich sagen weil ich immer denke die Leute machen es stehen sie mir ein bisschen besser da als wahrscheinlich dann ist wenn Sie selber geschrieben haben.
00:35:59: Wenn es kritische Journalisten geschrieben haben ist das vielleicht etwas anderes.
00:36:04: Ich würde gerne mal eine Biografie über Elon Musk lesen, habe ich nämlich noch nicht.
00:36:09: Das gibt es natürlich weil er sonst schon ein sehr spezielles Typ ist.
00:36:14: Jemand hatte geschrieben, das sei ein Genie und ich hab immer gesagt also wenn der ein Genies bin ich froh bin ich keines.
00:36:20: Also ich finde aber mal so nachvollziehen wie es überhaupt zu dem geworden ist was er macht das wäre schon sehr spannend.
00:36:29: Wie tickt er?
00:36:31: Da würde ich jetzt auch noch gerne interviewen.
00:36:33: Die Jobs hätten wir auch immer gern gehabt, das waren so am Wave manchmal Möglichkeiten aber es ist halt schwierig aus der Schweiz heraus an solche Leute heran zu kommen.
00:36:43: Zum Abschluss die Frage gibt es ein Lebensmotto?
00:36:46: Ein Credo vielleicht einen Mission Statement nach den du lebst?
00:36:50: Ich glaube dass Credos einfach immer neugierig bleiben und sich immer interessieren für das was passiert.
00:36:57: Ich glaube, dass hält dann wirklich jung wenn man mal sagt es gibt da viele Leute die heute sagen auch die Weltdach ist so katastrophal ich schaue mir keine Tage schauen ja und ich schau ich lesen keine Zeitung mehr.
00:37:08: ich will nur noch in meinem eigenen Bereich sein.
00:37:11: Das kann man schon machen aber Das macht alt.
00:37:14: Also ich möchte immer dabei bleiben, mich interessiert das auch über jetzt die Pension hinaus.
00:37:19: Die Themen, die mich interessieren haben waren immer Wirtschaft und Politik, Politik auch.
00:37:23: Politik habe ich jetzt wenig gemacht weil ich hab gedacht Schuss dabei bei deinen Leisen in der SRG-Politik ist es immer schwierig finde ich.
00:37:30: heute kann ich ein bisschen mehr Politik machen.
00:37:33: Ich hatte gerade letzte Woche einen Wahlpodium moderiert in einer meiner Nachbargemeinde eine größere Stadt Und da habe ich gedacht, ja die Gemeindepolitik wird auch so ein bisschen belächert und eigentlich bedient es da.
00:37:46: Da kannst du noch irgendetwas machen, dann kannst du mit den Leuten noch diskutieren.
00:37:49: das ist noch konkret.
00:37:51: Du ärgerst dich über die Schule oder über den Verkehrsfusionen wie die Tempo-Dreißigzung.
00:37:56: Das alles noch so konkret.
00:37:58: finde man sollte nicht so sehr über diese Gemeindepolitik lächeln.
00:38:01: Es ist ganz wichtig dass sich Leute engagieren.
00:38:04: Sie hatten fast niemand, der sich dann wirklich engagiert hat.
00:38:07: Am Schluss haben sie sich doch noch ein paar gemeldet und das finde ich wirklich wichtig.
00:38:11: da beginnt es eigentlich.
00:38:12: Und von daher also neugierig bleiben, dranbleiben, aktuell bleiben... Das ist so ein bisschen mein
00:38:17: Motto.
00:38:18: Retolimp hat mir riesig Spaß gemacht.
00:38:20: vielen Dank dass du heute da bist!
00:38:21: Ich wünsche dir weiterhin natürlich viel Erfolg und es freu mich natürlich auch auf zukünftige Gespräche.
00:38:26: Danke, das hat sehr Spaß gemacht.
00:38:27: Vielen Dank!
00:38:41: TÜV.
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