#104 - Interview mit Bernhard Kobler - Verwaltungsratspräsident der Migros Bank
Shownotes
Shownotes – Capricorn Connect Podcast mit Bernhard Kobler
In dieser Episode sprechen wir mit Bernhard Kobler, Verwaltungsratspräsident der Migros Bank, über die Rolle des Verwaltungsrats, seinen persönlichen Weg zu verschiedenen Mandaten sowie die Zukunft des Schweizer Finanzplatzes im Spannungsfeld von Technologie, Regulierung und Vertrauen.
Themen der Folge
- Rolle und Verantwortung des Verwaltungsrats
- Zusammenspiel zwischen Verwaltungsrat und Management (Checks & Balances)
- Wie man zu Verwaltungsratsmandaten kommt
- Relevante Kompetenzen und Profile für Verwaltungsräte
- Diversität von Mandaten: Banking, MedTech, M&A und Stiftungen
- Digitalisierung, KI und die Zukunft des Bankings
- Wettbewerbsfaktor Schweiz als Finanzplatz
Key Learnings
- Verwaltungsräte sind aktive Sparringspartner – nicht nur Kontrollinstanz
- Gute Mandate entstehen durch Reputation, Leistung und Netzwerk
- Ein starkes Gremium lebt von komplementären Kompetenzen
- Technologie verändert Prozesse und Kundenzugang, aber nicht die Bedeutung von Vertrauen
- Stabilität und Qualität bleiben zentrale Stärken des Finanzplatzes Schweiz
Kapitelmarken 00:00 – Einführung & Vorstellung von Bernhard Kobler 02:00 – Der Weg zum ersten Verwaltungsratsmandat 03:20 – Aufgaben und Verantwortung eines Verwaltungsrats 06:30 – Zusammenarbeit zwischen VR und Management 09:00 – Kompetenzen und Zusammensetzung eines Verwaltungsrats 12:20 – Tipps für angehende Verwaltungsräte 14:40 – Bedeutung von Netzwerk und Sichtbarkeit 15:00 – Überblick über Koblers Mandatsportfolio 17:20 – Mehrwert von Diversität in Mandaten 19:15 – Zukunft des Bankings: Technologie & Kundennähe 22:00 – Digitalisierung, Prozesse und Risikomanagement 23:40 – Finanzplatz Schweiz im internationalen Kontext 25:40 – Zukunftsperspektiven für die Schweiz 27:00 – Persönliche Fragen & Abschluss
Zitat der Folge
„Der Verwaltungsrat ist das Bindeglied zwischen Eigentümer und Management, und bringt die notwendige externe Perspektive ein.“
Transkript anzeigen
00:00:00: Heute haben wir einen super spannenden Gast bei uns im Podcast.
00:00:05: Bernhard Kobler, er ist Verwaltungsratspräsident der Mikrobank einer traditionellen Schweizer Bank mit einer Bilanzsumme von über forty-two Milliarden Schweizer Franken.
00:00:15: Nebenbei ist er auch noch Verwaltungstrat bei Braun Medical einem Pharmakonzernen mit über dreiundsechzigtausend Mitarbeitern in über sechzig Ländern.
00:00:25: Zudem ist Bernhard Kobler unter anderem Stiftungsrat und Stiftungsratspräsident bei verschiedenen gemeinnützigen Organisationen.
00:00:32: Und wir werden heute über die Aufgaben eines Verwaltungsrates sprechen, und wie man Verwaltungsrat wird –
00:00:39: aber auch
00:00:40: über den Finanzplatz Schweiz!
00:01:02: Sie selber sind ja Verwaltungsratspräsident der Mikrobank, einer sehr traditionsreichen Schweizer Bank.
00:01:13: Wann früher?
00:01:14: CEO der Luciana Kantonalbank bekleiden diverse Verwaltungsratsmandate Stiftungsrats-Präsidenten und Stiftungstrat sind sie also ein sehr ansehnliches Portfolio an Verwaldungsratsmandaten.
00:01:29: Das heißt mit all diesen Mandaten müssen sich in außen außerordentlich guter Golfspieler ja auch sein, weil das ist ja das was Verwaltungsräte die ganzen Tag machen oder?
00:01:38: Ja das höre man so.
00:01:40: Ich spiele in der Tat golf aber mein Golfspielen ist nicht sehr hochstehend ich hätte da kaum Mandate.
00:01:47: nein das spielt heute eigentlich keine wesentliche Rolle ob man Golf spielt und wie gut man Golf spielen kann.
00:01:56: Mein Netzwerk ist das ja auch ein großes Thema, Verwaltungsratsmandate.
00:02:01: Meistens hat man ja seine operative Karriere bis man so wie ich sage mal, vierzig-fünfzig vielleicht ist.
00:02:06: dann kommen die ersten Mandate und oft wird er nachgefragt nach Verwaltungsratsmandat.
00:02:13: Das Interesse ist groß.
00:02:14: Wie haben Sie denn Ihr erstes Verwaldungsratsmandat bekommen?
00:02:19: Ich kann mich noch gut drehen.
00:02:20: Häufig ist das hier Zufall!
00:02:23: Ich war damals noch CEO der Luzerner Kantonalbank und ich wurde dann aus einer Kundenbeziehung angefragt, ob ich Interesse hätte.
00:02:34: Also ehrlich gesagt zuerst wurde ich mal eingeladen unter einem ganz anderen Titel.
00:02:39: man wollte mich einfach einmal kennenlernen und nachher wurde ich gefragt ob ich so etwas machen möchte.
00:02:45: das war im Medizinaltechnikbereich und das hat mich da interessiert.
00:02:50: Das war damals noch gar nicht so leicht, den Verwaltungsrat der Bank zu überzeugen.
00:02:56: Dass ich eine Funktion übernehme, weil die erste Reaktion war, bist du nicht genug ausgelastet oder hast du noch Überzeit für solche Sachen?
00:03:06: Aber ich war sehr froh, dass ich eigentlich schon relativ früh ein solches Mandat übernehmen konnte.
00:03:15: oder wenn jetzt eine Firma einen Verwaltungsrat selektiert, was für ein Mehrwert sollte denn der Verwaltungsrat bringen?
00:03:23: Der Verwaldungsrat ist das Bindeglied zwischen dem Aktionär und die Geschäftsleitung.
00:03:29: Und der Verwandlungsrat handelt ja im Interesse des Aktionäres oder des Ereigners.
00:03:37: Ich denke, was sehr wichtig ist – er bringt eine Außensicht rein!
00:03:42: Die Verwaltungsräte, die haben auch Kompetenzen.
00:03:45: Sie haben Erfahrungen in einem anderen Bereich und das kann durchaus für eine Firma oder eine Geschäftsleitung wertvoll sein.
00:03:52: Das ist die eine Seite.
00:03:53: Die andere Seite ist es gibt Sicherheit, auch dem Aktionär weil es so etwas check-and-balance ist.
00:04:00: Oder wenn sie einen Verwaldungsrat haben der hat ja auch die Aufgabe die Geschäftsleistung zu überwachen auch kritisch zu hinterfragen.
00:04:10: Auch sicherzustellen, dass nicht plötzlich etwas in eine Richtung geht, in die man gar nicht möchte.
00:04:16: oder und das sind Punkte, die gar nicht unterschätzt werden dürfen weil der Geschäftsleitung ist sehr fokussiert.
00:04:22: Die kennt das Geschäft genau.
00:04:25: Sie hat häufig einen großen Wissensvorsprung gegenüber dem Eigen und will in eine Richtung gehen und dann finde ich es gut Gegengewicht gibt, dass eben auch schaut stimmt diese Richtung auch im Interesse des Aktionärs.
00:04:39: Aber es ist ja auch ein Sparrenpartner für die Geschäftsleitung und ich denke wenn eine Geschäfts- leitung einen guten Umgang mit dem Verwaltungsrat hat oder auch umgekehrt dann kann auch der Geschäftsleistung sehr von diesem Know how das voraus kommt profitieren.
00:04:54: Das heißt also die Geschäftslaltung könnte zum Beispiel einen Beschluss fassen umgestimmt wird vom Verwaltungsrat.
00:05:02: Das ist durchaus möglich?
00:05:04: Ja, das hängt immer darauf aus in welcher Firma man ist.
00:05:08: oder es gibt ja kompetenzordnungen und dann gibt's gewisse Sachen die liegen im Entscheid des Verwaldungsrates.
00:05:14: also häufig wenn es zum Beispiel um Strategiebapapiere geht oder wenn es um grundsätzliche Dokumente wie das Risikomanagement geht wie wird das organisiert?
00:05:24: oder auch die Struktur der Firma.
00:05:27: Das sind in der Regel Themen, die von der Kompetenzordnung vom Verwaltungsrat verabschiedet werden müssen.
00:05:35: In der Regel ist es so... Die Geschäftsleitung kommt mit einem Vorschlag, präsentiert das dem Verwaldungsrat und der muss das dann absägen.
00:05:43: Und ich denke da ist es dann eben wichtig dass der Verwaltung nicht nur ein Kopfnick-Gremium ist.
00:05:50: oder alles was kommt, ist ja schon gut, dies durchgedachten wird abgewinkt.
00:05:54: also ich erlebe das selber auch von Zeit zu Zeit nicht immer, aber von Zeit zur Zeit auch wenn etwas gut durchdacht war dass der Verwaltungsrat aus einer etwas anderen Optik sagt geht da nochmal drüber.
00:06:08: wir möchten diese diese Thematik noch etwas besser aufgearbeitet haben und am Schluss wird dann eben die Richtung vielleicht ein etwas anderes sein als zu Beginn.
00:06:18: Was eher selten ist, weil in der Regel finden auch Vorgespräche statt dass jetzt die Geschäftsleitung etwas bringt und der Faltungsrat sagt kommt überhaupt nicht in Frage sondern ich glaube das ist hier so ein Bingbongspiel.
00:06:32: oder man bringt gewisse Punkte ein verabschiedet es vielleicht noch nicht.
00:06:37: Dieser Punkt muss noch näher angeschaut werden.
00:06:40: Der Verwaltungsratspräsident kann der auch gleichzeitig Geschäftsführer sein, ist das möglich?
00:06:45: Das kommt immer darauf an in welcher Branche man ist oder ich komme ja aus der Bankbranche, dort ist es nicht möglich.
00:06:53: Dort ist eine ganz klare Trennung zwischen Verwaltungratspräsident und Geschäftsleitung.
00:07:01: In der Industrie sieht man zum Teil solche Sachen Personalunion der Verwaltungsratspräsident und die Geschäftsleitung.
00:07:09: Ist natürlich einfach, wenn ich das so habe oder ich kann dann selber über alle Themen entscheiden.
00:07:15: Ich persönlich finde aber es lohnt sich, wenn man das auf zwei Personen aufteilt weil dieses Check and Balanced, dieses Gegenseitig eben auch schauen ob die Richtung stimmt ist ebenso besser sichergestellt.
00:07:30: Also checks and balances zwischen Geschäftsführung, Strategie zum Beispiel und dann auch dem Verwaltungsratskonium?
00:07:37: Genau.
00:07:38: Mich würde nochmal interessieren Herr Kobler auch die Verantwortlichkeit des Verwaltungstrat.
00:07:43: gerade jemand der jetzt zum Beispiel ein Angebot bekommt Verwaldungsrat zu sein.
00:07:47: was sind die Verantwortlichkeiten also auch so?
00:07:50: Thema Haftungen ist ja auch sicher ein Thema.
00:07:52: können Sie darüber etwas sagen?
00:07:55: Das wird oftmals geschätzt.
00:07:56: Der Verwoltungsrat hat eine Haftung seine Aufgaben sind definiert, für was er verantwortlich ist.
00:08:03: Und letztendlich wenn etwas schiefläuft dann hat der Verwaltungsrat auch eine Haftung.
00:08:09: jetzt in der Praxis ist es natürlich da nicht so ganz einfach diese Haftungen herumzusetzen.
00:08:15: Es gibt ja verschiedene Beispiele aus der Geschichte wo man sagt Ja aber das hätte den Verwaltung ratieren müssen Da hat man Fehler gemacht und am Schluss ist es dann trotzdem schwierig im Diese Haftungsfrage irgendwo zu belegen.
00:08:30: Aber man muss sich bewusst sein, als Verwaltungsart hat eine Verantwortung, hat man eine Haftung gegenüber der Firma.
00:08:37: also die Haft ist nicht im Sinne wenn ich eine falsche Strategie wähle ja und ich habe alles sauber abgeklärt aber es geht einfach nicht auf.
00:08:45: Das ist dann nicht das Problem der Haftung, sondern das Problem ist natürlich wenn ich nicht sorgfältig die ganze Angelegenheit abgeklärt habe oder wenn ich trotzdem wusste dass etwas nicht gut ist am Schluss gesagt habe erst wird schon gut kommen.
00:09:00: Welche Kompetenzen braucht denn der Verwaltungsrat?
00:09:03: Gibt es da so gewisse Richtlinien?
00:09:06: er muss jetzt Ich weiß nicht gut, muss ein Jurist sein oder muss gut im Vertrieb sein?
00:09:12: Oder muss ein Netzwerk in einem gewissen Bereich sein.
00:09:14: Was sind so da Ihre Erfahrungen?
00:09:16: Auch da ist es natürlich vom Branche zu Branche unterschiedlich wenn ich jetzt wieder die Bankbranche jeweils nehme, weil ich die am besten kenne.
00:09:25: In der Bankbranche ist das so, da gibt's recht klare Vorschriften und wenn ich sage, es gibt Vorschritten dann ist das auch von der Finanzmarktaufsicht also von der FINMA.
00:09:34: Weil die will sich erstellen dass der Verwaltungsrat tatsächlich auch das Know-how, die Erfahrung hat diese Funktion auszuüben.
00:09:46: Und dann ist es natürlich so, dass eigentlich der Gesamtverwaltungrat trägt ja die Verantwortung.
00:09:54: Das heißt man muss deshalb auch im Gesamtverbautungsrat anschauen welche Kompetenzen sind vorhanden?
00:10:02: Oder es ist nicht so, dass ich jetzt als einzelner Verwaltungsrat oder auch als Verwaltungspräsident all diese Themenbereiche abdecken muss.
00:10:10: Aber der Gesamtverwaltungssat muss das!
00:10:13: Und das heißt auf der anderen Seite wenn ich beispielsweise jemand neu suche in den Verwaldungsrat dann muss sich mal schauen welche Kompetenzen hat der Gesamtverwoltungsrat.
00:10:24: und wenn ich jetzt niemand ersetzen muss wo haben wir allenfalls noch Schwachstellen?
00:10:29: Das kann im juristischen Bereich sein Das kann im Bereich auch von Risikomanagement sein oder von Strategie.
00:10:39: Dann definiere ich natürlich für den Verwaltungsrat, den ich suche mache ein Anforderungsprofil und dort kann zum Beispiel drinstehen wenn ich jemand suche der jetzt auch das Risikomanagement abdeckt dann suche ich an jemanden ganz bewusst Nauau hat im Bereich Risikomonagement.
00:10:59: Ich denke, was sehr wichtig ist bei Verwaltungsräten auch für mich ist ein idealer Verwaltungsrat.
00:11:06: Jemand der auch schon mal in einer See-Level Funktion operativ tätig war oder der eben auch weiß, was heißen darf und was braucht es und diese Erfahrung mitbringt kann neben der rein fachlichen.
00:11:21: Weil das Verwultungsrat soll ja nicht ein reines Fachgremium sein sondern soll eben schon übergeordnet die Themen dann beurteilen können.
00:11:30: Also wichtig, diese Führungserfahrung gewisse Sea Level Funktionen schon erfüllt haben damit er auch weiß oder einfach schon mal diesen Stahlgeruch dann auch hatte sozusagen?
00:11:41: Den Stahl gerucht hat und das zweit ist oder dass man auf dem richtigen Niveau miteinander diskutiert.
00:11:47: Ich habe einfach schon die Erfahrung gemacht wenn jemand nicht diese Fährungserfahrung hat ist dann die Gefahr, wenn es sehr stark fachorientiert ist, dass man am Schluss über Themen diskutiert.
00:12:01: Über Fachthemen, die nicht jetzt auf Stufe Verwaltungswahl diskutiert werden sollten.
00:12:06: Sondern das ist für mich eine operative Angelegenheit und es sollte schon auf einer etwas höheren Ebene sein aber selbstverständlich damit sie diese Themen auf einer höheren Ebene diskutieren müssen.
00:12:18: Müssen Sie irgendwo in einem Gebiet auch die Detailkennnisse haben?
00:12:22: Absolut.
00:12:23: Herr Kopler, was raten Sie denn Leuten die jetzt sagen wir auch ihre operative Karriere haben und die streben jetzt noch ein Verwaltungsrats-Mandat an?
00:12:33: Wie kann man am besten sich empfehlen für so einen Mandat?
00:12:39: oder sie haben ja erzählt wie sie ihr erstes Mandat bekommen haben.
00:12:44: Was würden Sie den Leuten empfehle, die selber einen Mandaten anstreben?
00:12:49: Also die beste Empfehlung ist, dass ich in der Funktion, in der ich bin, in den Operativen einen guten Job mache.
00:12:55: Und das Zweite, was ich empfehle, ist, Das Know-How, dass man hat die Erfahrungen und auch die Persönlichkeit, die man hat irgendwo nach außen trägt.
00:13:07: Wenn ich sage nach außendrägt indem man beispielsweise bei irgendwelchen Veranstalten als Referent auftritt oder dort auch zeigen kann das ist mein Know-how, das ist meine Persönlichkeit, die ich rüberbringen kann.
00:13:20: Ich denke es nicht gut wenn ich einfach zu stark darauf aus bin und sage ich will jetzt dieser so die jenes Verwaltungsverband hat und vielleicht dann sogar noch aktiv auf die Firma zugehen.
00:13:34: Und sagen, ich bin interessiert daran.
00:13:36: Das funktioniert der Regeln nicht.
00:13:39: Ich sage im Idealfall und das ist auch bei mir eigentlich bei allen Mandaten der Fall gewesen.
00:13:44: Der Idealfall ist wenn die Firma auf sie zukommt und sagt Sie aber nun ich habe sie erlebt wir brauchen jemand.
00:13:53: hätten sie Interesse wie würden sie gerne einbinden?
00:13:56: Also wie überall im Leben ist es immer besser, wenn die Leute auf einen selber zukommen.
00:14:00: Also einen guten Job machen und an dem Netzwerk auch arbeiten, auf Speaker sein oder zumindest einfach seine Expertise auch proaktiv zeigen im Netzwerk.
00:14:11: Ja und dann ein Netzwerk pflegen?
00:14:14: Und da gibt es natürlich... Man muss dann schon angeschauen dass man die richtigen Netzwerke pflegt.
00:14:21: Jetzt spreche ich jetzt aus dem Schweizer Markt, oder für den Schweizer Markt ist zum Beispiel so Industrie- und Handelskammer.
00:14:27: Oder Wirtschaftsförderung.
00:14:29: Und solche Sachen sind sehr gute Netzwerke weil dort sind die Unternehmen drin, die Unternehmer sind drin und dort kann man sich entsprechend präsentieren.
00:14:39: Die müssen natürlich auch wissen das darf man durchaus sagen.
00:14:41: Ich bin offen und interessiert für sowas.
00:14:44: Und Herr Kruppler, Sie sind ja auch ... Sie haben eine sehr spannende Mandate.
00:14:47: Also sie sind bei einem Konzern der im Pharma-Bereich aktiv ist.
00:14:52: Gleichzeitig sind Sie bei Stiftungsrat, Stiftungspräsidenten.
00:14:56: Können Sie mal über Ihr Portfolio ein bisschen sprechen?
00:14:58: Wie das zustande gekommen ist?
00:15:00: Das ist über die Jahre zusammengekommen und hat auch viel mit Zufällen zu
00:15:05: tun.
00:15:06: Aber es war schon so, ich hatte zu Beginn weg den Wunsch, ein Portfolium aufzubauen.
00:15:13: Ich habe damals formuliert, was wären so meine Ideale?
00:15:16: Und ich sage mal das Mandat in der Bank.
00:15:19: Das ist ja neuliegend!
00:15:21: Ich war die ganze Zeit operativ im Bankenbereich tätig und dann ist es irgendwie normal dass das kommt.
00:15:28: Medizinalbereich, das zweite ... Also nicht Pharma, sondern
00:15:32: Medizinautechnik.
00:15:34: Das hab' ich kurz erwähnt.
00:15:35: Das war das erste Mandat, das ich gekriegt habe.
00:15:39: Da war so die Interessenlage.
00:15:43: Ich war ursprünglich, kam ich aus dem Firmenkundengeschäft im Bankenbereich und die Leute aus dem firmenkunden Bereich beschäftigen sich ja mit den Firmen, mit den Strategien der Firmen.
00:15:54: Und das natürlich war spannend jetzt auch für dieses Mandat-Medizinalbereich.
00:16:00: Dann ein Drittes habe ich dann ganz anderer Bereich.
00:16:03: Das ist im M&A-Bereich.
00:16:05: Wir kaufen Zahnarztpraxen in der ganzen Schweiz, konsolidieren die und entwickeln sie weiter.
00:16:13: Hochspannend!
00:16:14: Das ist jetzt ein Wachstumsmarkt oder?
00:16:16: Weil die anderen beide also Bank- und Medizinaltechnik das ist ein gesättigter Markt oder da kann man einfach mit dem Marktwachstum mitwachsen.
00:16:25: hingegen in diesem Bereich wo man eben akquiriert und konsolidet.
00:16:30: Das ist ein starker Wachsungsmarkt.
00:16:34: Die Stiftungen, die Sie ansprechen.
00:16:37: Das ist für mich auch eine etwas eine Herzensangelegenheit.
00:16:41: Das Eine ist im sozialen Bereich.
00:16:44: Dort geht es darum dass wir gemeinnützige Wohnungsbauten anbieten für Leute, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Wohnung finden.
00:16:53: Da ist ein Mandat das ich von der Stadt Luzern angefragt wurde und das zweite Stiftungsmandat ist im kulturellen Bereich eine wunderschöne Anlage Die ist am Charles Hall in Mecken, das ist ein Mandat bei dem ich vom Kanton angefragt wurde.
00:17:09: Das sind Kulturbereiche!
00:17:11: Also jetzt habe ich Sozial-, Kultur-, M&A, Medizinal- und Technikbanking.
00:17:16: Ich sage jetzt von meiner Seite, dass es natürlich ein Wunschportfolio
00:17:20: ist.
00:17:20: Ja also wirklich das Traumportfolio, ein wirklich buntes Portfolium... Was gefällt Ihnen daran?
00:17:24: Dass es so vielseitig ist aus verschiedenen Bereichen?
00:17:28: Es ist die Vielseitigkeit.
00:17:30: oder was ich schon erstaunt war Ich hatte schon etwas Respekt, in ganz andere Branchen reinzugehen.
00:17:38: Aber am Schluss sieht man das hat man sich in all diesen Bereichen hat es viele Ähnlichkeiten auch wenn es komplett unterschiedliche Branchen sind.
00:17:48: und es fordert mich auch intellektuell weil wenn ich natürlich jetzt in einem Bereich in einem Bereich tätig bin, bei dem ich nicht während Jahrzehnten gearbeitet habe muss sich einen ziemlich großen Aufwand betreiben das überhaupt fachlich-inhaltlich da folgen kann und das finde ich spannend.
00:18:08: Und auch die Kulturen sind so unterschiedlich.
00:18:10: oder meine wenn ich eine Mikrobank nehme eine große Bank der schweizweit führenden Banken.
00:18:17: B Braun Medical ist ein internationaler Eine internationale Firma in einem internationalen Konzern.
00:18:26: Auch groß, sehr groß.
00:18:28: und dann da auf der anderen Seite eben so diese Stiftungen die sehr überblickbar sind wo sie dann auch als Stiftungsrat das ist ja wie eine Art Verwaltungsrat denn auch sehr nahe bei operativen Themen sind.
00:18:41: Und diese Kombination finde ich
00:18:44: hochspannend.
00:18:45: Also auch ein bisschen aus der Komfortzone raus kommen wir als neues Lernen neue Impulse bekommen.
00:18:50: Das ist auch das Spannende daran.
00:18:53: Herr Kobler, ich möchte natürlich auch – weil Sie ja aus viel Erfahrung im Banking haben – über das Bankenthema sprechen.
00:19:00: Da kommen wir nicht dran vorbei.
00:19:02: Ich würde Sie gerne mal fragen gerade mit dem Einfluss der Technologie.
00:19:07: Wir sind inmitten in einer technologischen Revolution und haben KI und Digitalisierung.
00:19:13: Wie sieht die Bank der Zukunft aus?
00:19:18: Die Einflüsse, die Sie genannt haben sind natürlich sehr groß.
00:19:21: Aber auf der anderen Seite sage ich am Schluss, die Aufgabe ist die gleiche.
00:19:26: Es geht darum dass ich nahe beim Kunden bin.
00:19:31: es geht darum das Vertrauen des Kunden habe.
00:19:34: Das ist gleich, das war vor zwanzig vor dreißig vor vierzig Jahren so Jetzt der Weg dorthin ist ein anderer und da spielen natürlich die neuen Technologien mit.
00:19:44: dazu nur ein paar Beispiele Kundenehe bedeutete früher, möglichst viele Filialen zu haben.
00:19:52: Dann war ich nahe beim Kunden oder der Kunde kam auf die Bank und kam in die Filiale.
00:19:56: Ich habe ihn persönlich gesehen – das ist ein Auslaufmodell!
00:20:00: Heute erwartet er Kunde, dass er jederzeit über jeden Kanal mit der Bank kommunizieren kann.
00:20:08: Sei es über das Mobile, sei es über den PC oder auch dass er in die Bank kommt.
00:20:14: Und er erwartet auch dass wo auch immer er Kontakt hat mit der Bank, immer jeder weiß was er sonst noch gemacht hat.
00:20:22: Also der Kunde möchte nicht wenn er den Berater sieht die gleichen Fragen erhalten wie er vorhin beantworten musste also online war.
00:20:31: Dieses Zusammenspiel zwischen Online und physischem Kanälen ist ein Riesenthema.
00:20:38: Tönt einfach hochkomplex oder das man das bewertesteln kann.
00:20:42: Ein zweites ist ans Bank muss man sehr aufpassen, dass man nicht einfach nur Produkte verkäufer ist.
00:20:51: Weil da haben sie auf die Zeit keine gute Erfolgschancen.
00:20:56: Da werden Sie über den Weppewerb immer stärker wird und an die Wand gedrückt.
00:21:02: Das heißt, Sie müssen versuchen lebensbegleitende Beratung zu machen.
00:21:07: Also das beginnt wenn jemand eine Familie gründet, wenn er ein Haus kauft, in der es um Erbfragen geht wirklich seine Vertrauensperson bin als Banker.
00:21:20: Und darum heißt natürlich, dass ich die Mitarbeitenden entsprechend ausbilden muss, dass sie das können.
00:21:27: Dritte Bereich für die Zukunft ist die Prozesse der Administration.
00:21:33: Sie können sich nicht vorstellen wie komplex das heute noch ist.
00:21:38: Beidseidskomplex ist komplex für den Kunden, weil das ist oben mühsam.
00:21:42: Was er alles ausfüllen muss wenn Regen etwas machen muss.
00:21:45: es ist aber auch mühsam für die Mitarbeitenden die einen großen Teil ihrer Arbeitszeit nicht effektiv mit dem Kunden verbringen können sondern mit irgendwelchen internen Prozessen konfrontiert sind.
00:21:58: also ist das Thema Digitalisierung und vielleicht ein letzter Bereich der wichtig ist und der sich stark verwendet hat Das ist das Risikomanagement.
00:22:07: Wir sprechen alle von KI und wir sprechen von Outsourcing, von all diesen Themen.
00:22:14: Das muss man sich bewusst sein.
00:22:15: diese Prozesse haben damit auch ein höheres Risiko.
00:22:19: die müssen gemanagt werden.
00:22:21: also Cyberrisiken müssten sie im Griff haben wenn Sie Outsourcings machen.
00:22:25: jetzt gerade als Bank müssen sie das ganze Datenmanagement in Griff haben.
00:22:29: sie müssen jedes mal bei jedem Geschäftsvorfall garantieren können, dass ihre Daten eben so geschützt sind wie sie geschützten sollen.
00:22:38: und dann im Bereich der Risiken auch die ganzen Vorschriften, die man heute hat also von den Aufsichtsbehörden beispielsweise.
00:22:48: Also
00:22:49: Compliance?
00:22:49: Compliance
00:22:50: oder... Und die Vorschrift nach, die Man vom Film hat das hat sich schon lange mit dem Bankengeschäft.
00:22:56: Das hat sich unwahrscheinlich stark verändert.
00:23:00: Heute gibt es sehr, sehr viele Vorschriften und sie sind als Bank gezwungen diese Vorschritten entsprechend einzuhalten umzusetzen.
00:23:09: Also Prozesse werden sich verändern dann natürlich das Vertrauen ist immer noch wichtig auch im Bankenhang dass man den Zugang zum Kunden hat auch über mehrere Lebensphasen und dann eben diese Digitalisierung natürlich auch wichtig.
00:23:27: Herr Kubler, ich würde auch gerne mal über den Standort, den Finanzstandort Schweiz sprechen.
00:23:32: Inwiefern ist die Schweiz – also wir haben ja Bankgeheimnis angesprochen, das ist ja dann auch damals gefallen – inwiefern kann sich die Schweiz auch noch in der Zukunft differenzieren um noch attraktiv zu bleiben für Kunden?
00:23:46: Also die Schweiz ist nach wie vor international ein sehr starker erfolgreicher Finanzplatz.
00:23:52: Das hat man vielleicht mit diesen ganzen Diskussionen, die sie angetönt haben um das Bankkundengeheimnis.
00:23:58: Vielleicht etwas falsche Optik gehabt.
00:24:02: und wenn ich sage es ist ein guter Finanzplatz hat das einerseits mit dem Banken andererseits aber auch mit der Schweiz als Land zu tun.
00:24:11: oder einen guten Finanzplatz heißt Ich habe stabile Verhältnisse Und das ist die Schweiz natürlich in einer super Ausgangslage, oder?
00:24:19: Wir haben ein stabiles verlässliches Rechtssystem.
00:24:22: Wir haben stabile verlässliche politische Institutionen.
00:24:26: Die haben eine stabile Wärme.
00:24:28: und wenn ich die Banken anschaue... ...die Banken sind solide finanziert oftmals Western.
00:24:37: Die Banken etwas über den Finanzmarkt auf Sicht.
00:24:39: aber ich sage mal die strengen Regeln, die wir haben von der Finanzmarkaufsicht haben auch dazu geführt, dass die Banken eben gut positioniert sind.
00:24:48: Sie sind gut organisiert, sie haben eine breite Produktpalette wenn man das so international vergleicht und die Qualität der Mitarbeitenden also die Ausbildungspalität aber auch die Arbeitsmoral.
00:25:06: die Frage wie setze ich mich für das Geschäft für den Kunden ein?
00:25:11: sind wir der Schweiz auch vor dem Niveau.
00:25:13: Deshalb insgesamt bei allen Abstrichen, die übergemacht werden können, sind wir in der Schweiz nach wie vor in einem guten Ausgangs.
00:25:23: Inwiefern kann denn die Schweiz diesen Standort auch in der Zukunft halten?
00:25:26: Gerade wenn wir jetzt auch die geopolitische Situationen uns anschauen und eine neue Welt entsteht jetzt auch geopolitisch.
00:25:35: also wie kann sich die Schweiz positionieren
00:25:38: dass
00:25:38: auch für die Zukunft dieser Standort weiter nattraktiv bleibt?
00:25:42: Das ist natürlich eine sehr schwierige Aufgabe, weil wir haben ja nicht Macht, die wir reinwerfen können.
00:25:49: Wir sind letztlich ein kleines Land, das sich stark anpassen muss und auch stark anpasst – das ist unabdingbar!
00:25:58: Aber trotzdem denke ich, es ist wichtig, dass wir uns wieder zurückbesinnen, was unsere Grundwerte sind.
00:26:06: Dazu gehört für mich beispielsweise die Art und Weise, wie man die Arbeit macht.
00:26:14: Die Arbeitseinstellung, die Arbeitsmoral.
00:26:17: Wie geht man auch mit den Fragen um Bezüglich Mitarbeitenden?
00:26:23: Dass man hier eben ein hohes Niveau behält und dass man schon versucht diese positiven Pugeln, die die Schweiz hat in die Zukunft hinüber zu retten.
00:26:35: Man sucht dann vielleicht etwas neue Wege und ich denke es ist schon nicht unbedingt die Lösung, dass man einfach überall sich unterwirft und dann in ein System einbinden lässt.
00:26:46: Sondern die Schweiz hat's bis anhin auch zum Beispiel mit der EU finde ich ganz gut gelöst mit diesen bilateralen Verträgen.
00:26:54: Und ich denke die Schweiz muss immer schauen das sie irgendwo noch ihre Eigenständigkeit behalten kann
00:27:02: dass sie auch was die Schweiz stark gemacht
00:27:03: hat letztendlich.
00:27:05: Herr Kobler, zum Abschluss hätte ich noch ein paar Fragen mehr persönlicher Natur, das unsere Zuschauer auch Sie ein bisschen besser kennenlernen.
00:27:12: Wenn Sie jetzt sich eine... Das ist eine Frage, die ich ja auch immer gerne meinen Gästen stellen, wenn Sie jetzt nicht eine Superpower aussuchen könnten neben Ihren aktuellen Superpowers, die Sie schon haben?
00:27:21: Welche Würde wäre das?
00:27:23: Also Sie können sich jetzt eine Aussucht gehen heute aus dem Studio raus.
00:27:27: Welche wäre
00:27:27: das?".
00:27:29: Bin ich eine Superpowered bekommen würde?
00:27:31: Hätte ich gerne, dass ich spüre was mein Gegenüber tatsächlich denkt.
00:27:37: Ja würde ich auch gerne haben ist eine gute super Power.
00:27:41: Welche Autobiografie würden Sie sich kaufen wenn sie jetzt in den Buchladen gehen würden von einem bekannten Person?
00:27:47: Ich habe gehört das Anthony Hopkins der valisische Schauspieler Charakterdarsteller Der hat offensichtlich Biografie veröffentlicht, die habt ihr nicht gehört.
00:28:00: Ich finde das eine hochspannende Person und die würde ich kaufen.
00:28:03: Ja absolut!
00:28:04: Gibt es ein Satz-Motto?
00:28:06: Ein Credo vielleicht so einem Mission Statement nach dem Sie leben?
00:28:12: Ich sage mir immer wieder... ...ich bin letztlich selbst für mein Glück verantwortlich.
00:28:18: Ich muss dafür schauen dass es in die Richtung
00:28:20: geht, die ich möchte.
00:28:21: Das ist auch ein sehr liberaler Gedanke kann man zu sagen.
00:28:26: Herr Kubler, zum Abschluss noch die letzte Frage.
00:28:29: Wie wird KI ihr Leben in zwei Jahren verbessern?
00:28:33: Wahrscheinlich im vielen Gebieten ich gar nicht weiß dass es wegen KI so ist.
00:28:39: Jetzt für mich selber denke ich vor allem wenn's um Röschenschirm geht und um Verstellen von Texten oder Präsentationen geht da wird mir KI sich in Zukunft sehr stark behilflich
00:28:50: sein.
00:28:52: Diana Kubler, vielen Dank für das Gespräch.
00:28:53: Haben wir riesig Spaß gemacht und war super spannend!
00:28:56: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und freue mich natürlich auch auf weitere spannende Gespräche in der Zukunft.
00:29:01: Besten Dank habe ich
00:29:13: gefreut!
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