#92 - Interview mit Roman Rauper - globaler Interims Manager
Shownotes
Shownotes – CapricornConnect Podcast
Gast: Roman Rauper, Global Interim Manager Was passiert, wenn es wirklich brennt? In dieser Episode von CapricornConnect sprechen wir mit Roman Rauper, dem ersten zertifizierten Interim Manager der Schweiz. Roman unterstützt globale Industrieunternehmen genau dann, wenn klassische Lösungen nicht mehr greifen – bei finanziellen Krisen, strategischen Neuausrichtungen und komplexen Transformationsprojekten.
In dieser Folge sprechen wir über: 00:00 – Einführung Warum Interim Management mehr ist als kurzfristige Feuerwehrarbeit. 02:00 – Was macht ein Interim Manager wirklich? „Kommen, lösen, gehen“ – Verantwortung übernehmen als CEO, COO oder Projektleiter und nachhaltige Lösungen hinterlassen. 05:30 – Revitalisierung statt Restrukturierung Warum es nicht nur um Überleben geht, sondern um Zukunftsfähigkeit und einen klaren Blick auf die nächsten sieben Jahre. 09:00 – Change Management: Menschen zuerst Warum Veränderungsprojekte selten an Prozessen scheitern – und fast immer an fehlendem Sinn und mangelnder Einbindung. 13:30 – Drei Arten von Projekten Change, Execution und Innovation – und weshalb Change der mit Abstand anspruchsvollste Teil ist. 17:00 – Turnarounds aus der Praxis Wie Unternehmen mit massiven monatlichen Verlusten innerhalb weniger Monate zurück in die schwarzen Zahlen geführt werden. 20:30 – Wachstum kann genauso gefährlich sein wie Krise Warum starkes Wachstum neue Qualitäts- und Prozessprobleme mit sich bringt – und wie man sie meistert. 24:00 – Führung, Fokus und Unternehmens-DNA Warum erfolgreiche Transformation beim Führungsteam beginnt – nicht bei den Mitarbeitenden. 27:30 – Europa, China und Japan im Vergleich Langfristige Strategien, Innovationsdruck und Partnerschaftsdenken – was Europa von Asien lernen kann. 33:00 – Planungshorizonte und strategische Konsequenz 25-Jahres-Pläne, Plan A–D und der Unterschied zwischen Reaktion und Gestaltung. 38:00 – Persönliche Einblicke Welche Superkräfte sich Roman Rauper wünschen würde – und warum Zukunftsdenken heute wichtiger ist denn je. 41:00 – Buchtipp „Made in Japan“ von Akio Morita, Gründer von Sony – über Vision, Innovation und langfristiges Denken. 43:00 – Abschluss Warum echte Transformation immer das Zusammenspiel aus Strategie, Menschen, Mut und Konsequenz ist.
Über den Gast Roman Rauper ist Global Interim Manager und der erste zertifizierte Interim Manager der Schweiz. Er unterstützt Unternehmen weltweit in Krisen-, Wachstums- und Transformationsphasen – mit klarem Fokus auf nachhaltige Ergebnisse.
Transkript anzeigen
00:00:06: Capricorn
00:00:06: Connect.
00:00:07: Mensch, Potential, Technologie.
00:00:16: Der erste zertifizierte Interimmanager der Schweiz und für globale Industrieunternehmen unterwegs.
00:00:24: Wenn es brennt, dann ist er da.
00:00:28: Zupacken bei Problemen, bei echten Problemen, das ist seine Devise.
00:00:33: Roman Raupa, Interimmanager, freut mich, dass du heute da bist.
00:00:36: Freut mich auch, wunderbar hier zu sein, danke für die Einladung.
00:00:40: Roman, du bist ja jetzt seit einigen Jahren als Interimmanager erfolgreich unterwegs und ich würde mal gerne wissen, was macht denn so ein Interimmanager?
00:00:49: Interim Manager bedeutet eigentlich, ich komme umzugehen, aber wenn ich gehe, hat der Kunde eine Lösung.
00:00:56: Das heisst, ich übernehme Aufgaben, zum Teil als CEO, als C Level Manager, also COO
00:01:03: etc.,
00:01:04: aber auch als Projektleiter.
00:01:06: Also wenn es zum Beispiel Projekte gibt, wo die Firma sagt, wir haben hier ein komplexes Projekt, aber wenn es fertig ist, dann gibt es keine langfristige Anstellung, dann ist der Interimmanager eigentlich perfekt dazu, weil er hat die Projekterfahrung, er weiß, wie eben Projekte gehen oder ich weiß es zumindest und bringe somit oder versuche es immer zum Erfolg zu bringen.
00:01:26: und bis jetzt, Holzanlagen, habe ich das immer geschafft.
00:01:30: Roman, was sind denn so typische Probleme, die eine Firma haben könnte, wo du dann gerufen wirst?
00:01:36: Zum Einten ist es natürlich eben zupacken bei echten Problemen.
00:01:39: Also ich spreche das schon an.
00:01:41: Problemen können natürlich finanzieller Art sein.
00:01:43: Also wenn es wirklich um eine Restrukturierung geht, wobei Restrukturierung ist ein Wort, das ich sehr ungern verwende.
00:01:50: Ich brauche Revitalisierung, weil ich will ja eben die Firma stärken.
00:01:56: Es geht mir nicht nur um die Gegenwärtsfähigkeit.
00:01:58: Gegenwärtsfähigkeit heißt, ich muss heute überleben.
00:02:01: Sonst geht mir auch um die Zukunftsfähigkeit.
00:02:05: da geht es eben darum, wo wollen wir sein in sieben Jahren, was ist eigentlich möglich und das müssen wir heute tun, damit wir eben diese sieben Jahre, diese Ziele dann auch erreichen können.
00:02:17: Das
00:02:17: heißt also nicht nur Feuerlöscher-Tätigkeiten, sondern wirklich auch strategisch eine Positionierung der Firma?
00:02:22: Mir geht es immer um die Strategie, wobei es geht natürlich, also wenn ich gerufen werde bei Problemen oder wenn die Firma zum Beispiel jeden Monat mehrere hunderttausend Franken verbrennt und und somit noch sehr wenig Eigenkapitalvoree hat, um zu überleben, dann geht es natürlich auch um das Feuerlöschen.
00:02:42: Also ich mache beides.
00:02:43: Ich tue Feuerlöschen und schaue aber auch in die Zukunft.
00:02:47: Dabei versuche ich immer die Leute mitzunehmen.
00:02:49: Das ist mir sehr wichtig, dass eben die Mitarbeiter den Sinn sehen, wohin wir wollen und dann gemeinsam sich auch auf den Weg begeben.
00:02:59: Das klingt sehr einfach, aber das ist im Prinzip dann auch die Kunst der Veränderung, Leute mitzunehmen, Leute zu faszinieren von eben der Veränderung.
00:03:11: Und es braucht eine Veränderung, wenn man ... Auf Deutsch wird man sagen, in der Scheiße sitzt er, wenn man wirklich große Probleme hat.
00:03:20: Zum Thema Veränderung, womit denkst du, was sind deine Erfahrungen, womit haben Leute die meisten Mühe, wenn es um Veränderungen geht?
00:03:27: Es gibt ja diese Weisheit, wo sagt jeder will Veränderung oder jeder will, dass etwas besser wird, aber keiner will sich selbst verändern.
00:03:35: Veränderung ist für mich ein Change-Projekt.
00:03:40: Man unterscheidet eigentlich von drei verschiedenen Orten von Projekten.
00:03:43: Das eine ist Change in Veränderung.
00:03:45: Das heißt, ich muss die Leute mitnehmen.
00:03:47: Es ist sehr stark psychologisch auch und nicht nur execution.
00:03:52: Weil das ist die zweite Art von einem Projekt, execution.
00:03:56: Also da weiß ich, was gemacht werden muss.
00:03:58: Ich kann Meilensteine setzen und ich executee.
00:04:01: Also ich führe aus auf den Termin im Prinzip und bin im Budget.
00:04:08: Die dritte Jahr vom Projekt ist natürlich dann Innovation.
00:04:11: Das heisst, ich weiss noch nicht, ob es funktioniert.
00:04:13: Ich versuche einfach mal und muss aber auch bereit sein, immer wieder zurückzugehen und neu anzufangen.
00:04:19: Das sind so die drei Arten von Projekten, die man sieht, vor allem auch das Cambridge University, spricht über diese drei Arten von Projekten, wenn sie Projektmanagement schulden.
00:04:31: Und eben Change ist im Prinzip das komplizierteste, weil es geht da nicht um Timeline, sondern es geht darum, die Leute mitzunehmen, eben ihnen einen Sinn zu geben.
00:04:40: Der Sinn ist im Prinzip das, was die Leute motiviert.
00:04:46: Also Sinnhaftigkeit.
00:04:47: Sinnhaftigkeit.
00:04:48: Und das
00:04:48: auch zu kommunizieren ist wichtig.
00:04:50: Genau.
00:04:51: Vor allem, wenn es Probleme gibt, dann sind einige demotiviert, dann haben sie Angst, dann sind Ängste da und so weiter.
00:04:59: Wenn Sie aber sehen, das könnte ein Weg sein und wenn man mit ihnen zusammengeht, dann haben Sie bis jetzt immer ... gut mitgemacht und wir konnten wirklich sehr viel erreichen.
00:05:13: Roman, ich möchte mal über deine Zeit in Asien sprechen.
00:05:16: Du hast ja eine sehr spannende Zeit.
00:05:17: Du hast ja in Japan gelebt, du hast ja in China gelebt, auch Zeit in Hongkong verbracht.
00:05:23: Jetzt ist ja China vor allem sehr stark am Wachsen, also auch sehr dominant in der globalen Ökonomie.
00:05:31: Was denkst du denn machen?
00:05:33: die Chinesen richtig, was die Europäer vielleicht weniger machen?
00:05:37: oder was können wir lernen von den Chinesen?
00:05:39: Ich habe besser gefragt.
00:05:41: Wir können natürlich sicher sehr viel lernen, wobei, also ich war Nineteig, das erste Mal in China, habe dann acht Jahre in Asien gelebt.
00:05:49: und Was wir immer gesagt haben, make the best of both worlds.
00:05:54: Also versuch das Beste machen aus den beiden Welten.
00:05:57: Und die europäische Welt oder die Schweizerische und die chinesische oder die japanische, das sind schon andere Welten.
00:06:04: Und auch hier, also China und Japan sind zwei komplett verschiedene Welten.
00:06:08: Das muss man auch mal noch verstehen.
00:06:11: Von den Chinesen können wir natürlich sehr viel lernen.
00:06:14: Auch die Chinesen sind ... Sie denken weiter, vor allem das sieht man jetzt auch in der Regierung und so weiter, da bin ich noch mit dem Bus über Holpern des Strassen gefahren, mit Schlageröchern drin, um um hundert Kilometer zu fahren, hatte ich vielleicht zwei Stunden oder heute ist der Schnellzug, der das in ein paar Minuten macht.
00:06:35: Mein Freund, der in Shanghai lebt, denkt sich immer in Europa, muss das auch möglich sein.
00:06:41: Von Brüssel nach Zürich, das muss ja drei Stunden mit dem Zug gehen, geht es nicht.
00:06:47: China hat sich stark verändert.
00:06:49: Schnellzugverbindungen usw.
00:06:50: Weiß ich, dass sie einen langen geplant haben.
00:06:53: Ihr mittelfristiger Plan ist für die Jahre.
00:06:56: Das ist etwas, was hier in Europa zum Teil fehlt, diese langfristige Planung.
00:07:02: Dann aber auch ... Der Chinesi jetzt, im Gegensatz zum Japaner, hat immer einen Plan B und C und sogar auch D, oder?
00:07:10: Also er ist er offen.
00:07:12: Mir hat er mal Chabindu gesagt, das ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer, also der President of Cisco China und der Vice President of Cisco Group damals, der auch beraten war zu Hu Jingtao, und Hu Jingtao war da der Prime Minister.
00:07:27: Und er hat mir mal gesagt, weißt du, Roman, wenn du der Beste bist von einer Million, bist du immer noch einer von tausend.
00:07:33: Also der Druck, den ich habe in China, eben von außen, das sind eine Million Menschen und jeder will eigentlich, je höher es kommt, jeder will meinen Job, oder?
00:07:45: Den Druck, den ich habe, mich weiterzuentwickeln, immer mehr zu lernen, immer weiterzugehen, der ist sehr groß.
00:07:52: Diesen Druck haben wir in Europa, sag ich mal, weniger.
00:07:58: Und das spürt man.
00:07:59: Sie wollen immer Neues dazulehren und immer mal etwas versuchen.
00:08:03: Auch mal zu scheitern gehört dazu, weil sie wollen wirklich das Neuste versuchen.
00:08:10: Ich habe das erlebt, in der Nokia, gerade noch aktiv.
00:08:17: Da waren das noch die Telefone der Zukunft sozusagen.
00:08:20: Sieht heute ein bisschen anders aus.
00:08:23: Nokia wollte nach China einsteigen und die chinesische Regierung hat gesagt, ihr könnt kommen, aber mit der neuesten Technologie.
00:08:29: Und dann hat Nokia gesagt, ja, aber die verkaufen wir noch nicht mal in Europa.
00:08:33: Und dann heisst es entweder die neuste Technologie oder gar keine Technologie.
00:08:37: Also wir geben euch Platz, wir schauen für euch für den Standort, wir machen euch noch einen Deal betreffend Steuern und so weiter.
00:08:44: Aber wir wollen das Neuste, weil wir wollen vom Neuesten lernen und wir wollen uns weiterentwickeln.
00:08:49: Und das hat China also sehr stark.
00:08:52: Also
00:08:52: der Wille auch sich weiterzuentwickeln und das auch mit einer gewissen Schlossenheit zu machen.
00:08:58: Der Wille, oder ich würde schon fast sagen der Druck, oder?
00:09:01: Also eben.
00:09:02: Und das ist auch das Dritte, oder?
00:09:03: Eben, was mir Jabin Du eigentlich gelehrt hat, oder?
00:09:06: Ich meine, er war ein Top-Mann und ich habe mit einigen der besten Leute aus Asien das MBA, also das E-MBA gemacht.
00:09:16: Da war er wirklich der reichste Mann von der Philippine, war ein... Ein Schufreund von mir sozusagen, die Staranwältin von Hongkong mit Liaison in die Hongkong-Regierung rein oder eben Chabindu mit Liaison in die chinesische Regierung rein und so weiter.
00:09:29: Sehr erfolgreiche namhafte Personen, mit ihnen zusammen studiert und trotzdem waren sie an sehr bodenständig.
00:09:39: Der Reichsemann in Philippinen ist mit seinen Basketball-Shorts und so weiter durch Hongkong gelaufen, weil ihn dort niemand gekannt hat.
00:09:46: Ich habe ihn dann mal besucht in den Philippinen, dort hat er Panzerfahrzeuge gebraucht.
00:09:50: Oder eben nach Chabindu, wirklich sehr, sehr humble, wie man das so schön auf Englisch sagt.
00:09:56: Also eben bodenständig, am Boden geblieben.
00:10:00: Und das finde ich auch sehr, sehr interessant, oder?
00:10:03: Sie werden nicht übermütig, weil Sie eben wissen, ich bin nur einer von tausend, auch wenn ich eben top
00:10:09: bin.
00:10:10: Ja, wenn ich auch dann denke, wie Sie strategisch in Afrika vorgegangen sind und dann auch Ihre Interessen verteidigt haben dort mit den Bodenschätzen dann auch.
00:10:19: Genau.
00:10:20: Genau.
00:10:20: Nein, im Kino hat eine ganz kleine Strategie und weiß, was sie braucht in den nächsten fünfzehn Jahren.
00:10:25: Und eben, in den fünfzehnzehn Jahren ist sie mittelfristige Strategie und baut diese auf.
00:10:29: Also zu meiner Zeit war die One Belt, One Road Strategy, oder war gerade neu im Prinzip.
00:10:36: Da kam das erst auf, oder?
00:10:38: Die Seidenstraße wieder neu revitalisieren, wie ich jetzt sagen würde.
00:10:43: Und das haben sie eben Schritt für Schritt gemacht, haben ihre Häfen gebaut, haben ihre Straßen- und Zugsverbindungen und alles gemacht.
00:10:51: Und jetzt sind sie dort, wo man sagen kann, sie haben ihre Ziele erreicht.
00:10:55: Also schon damals, in der Nacht, haben sie eigentlich auch gesagt, wir wollen China.
00:11:01: als selbstständigem Markt im Prinzip aufbauen, oder für unser Europäer, was da noch der Billiglohnmarkt und so weiter und alle Billigprodukte lasst man China fertigen.
00:11:11: Ihr Ziel war aber stets, wir wollen im Prinzip eben eine Industrie aufbauen, Technologie aufbauen, Technologieführerschaft auch aufbauen, damit wir dann langfristig von uns aus können den Weltmarkt bedienen.
00:11:25: Und entsprechend auch die Länder um uns herum, also um China herum, als dann Zulieferanten brauchen.
00:11:32: Also nicht, China bleibt ein Billiglohnmarkt, sondern im Gegenteil, China steigt und man braucht die anderen Länder im Prinzip als Zulieferanten.
00:11:41: Und das haben sie erreicht, die letzten fünf und zwanzig Jahre.
00:11:43: Also mittlerweile eine globale Weltmacht geworden, China.
00:11:47: Damals war es noch, was noch nicht, Nummer zwei.
00:11:49: Genau, der war nach Japan die Weltwirtschaft Nummer zwei.
00:11:54: Heute ist das ganz klar.
00:11:55: Und mit einem stetigen Wachstum, wobei man nach hier sagen muss, China kontrolliert das Wachstum.
00:12:01: Das ist das Interessante an China.
00:12:03: Roman, wie siehst du Japan zum Vergleich zu China?
00:12:07: Japan ist komplett anders.
00:12:09: Wenn ich sage, in der Chinesie hat Plan A, B, C, D, dann ist der Japaner innovativ.
00:12:16: ist verspielt, will eben Sachen erfinden und so weiter, auf der einen Seite, auf der anderen Seite aber ist er stark an langfristigen Partnerschaften interessiert.
00:12:32: Das heißt, er springt, er hat keinen Plan ABC, sondern er hat wirklich einen Plan, den Versuchte zu gehen, er versucht ihm dann die Partnerschaft aufzubauen und so weiter.
00:12:43: Und wenn man ihn gewonnen hat, das Partner, dann hat man eine Partnerschaft.
00:12:47: Eine Partnerschaft, auf der man aufbauen kann.
00:12:49: Eine Partnerschaft, das muss man auch lernen, also europäische Firma dann.
00:12:53: Also einem Japaner kann man vertrauen und kann sich danach austauschen.
00:12:56: Der Japaner gibt nach Feedback, wo man selber besser werden kann und hilft einem auch mit.
00:13:02: Das muss man verstehen.
00:13:03: Sehr
00:13:04: loyal.
00:13:04: Sehr loyal.
00:13:05: Und eben auch hilfsbereit und gewillt, dass beide gewinnen können.
00:13:10: Wobei der Japaner... gegenseitig gegenüber China, eben nochmals diese eine Million oder den Druck, den ich habe.
00:13:18: Also in China müssen die Leute zum Beispiel Englisch lernen, weil sie wissen, wenn ich will ein bisschen besser sein als der Rest, dann brauche ich auch Sprach, sprachliches Know-how, fachliches Know-how und sprachliches Know-how.
00:13:30: In Japan hat man zwei Prozent Ausländeranteil.
00:13:33: Nur zwei Prozent?
00:13:33: Nur zwei Prozent.
00:13:35: Das heißt, Japan hat eine schlechte Englischkenntnis als Nordkorea.
00:13:44: Japan ist also in dem Bereich, wenn ich in Japan bin, muss ich Japan sprechen.
00:13:49: Und ich habe Japanisch gelernt.
00:13:51: Ich kann also eine Firma mit hundert Personen führen in Japan.
00:13:55: Wir haben unsere Ziele erreicht.
00:13:56: Von dem her wurde ich auch verstanden.
00:13:59: Aber ... Ja, Japan ist ja schon sehr reichen.
00:14:02: Also schotten Sie auch so ein Bewusstsein, markt ein bisschen ab, wenn Japan würde so sagen.
00:14:07: Ich würde nicht sagen, dass es extra einen Abschotten ist, aber ich weise Sie sich, dieses ausländische, nicht gewohnt sind, fühlen Sie sich natürlich wie der Schweizer Bauer oder am liebsten durch Zuhause, was er kennt oder sein Dorf sozusagen.
00:14:23: Und der Japaner ist auch ein bisschen so eben.
00:14:25: Also die Business Language in Japan, also die Geschäftssprache in Japan ist ganz klar japanisch, oder?
00:14:32: Da gibt es nichts.
00:14:33: und wenn ich in Japan erfolgreich sein will, muss ich mich anpassen.
00:14:37: Da muss ich eben, ich kann eben deshalb, the best of both worlds, ich kann versuchen meine Welt auch einzubringen und meine Ideen und so weiter, aber ich muss die andere Welt, die japanische Welt respektieren, sonst geht es gar nicht.
00:14:50: Roman, ich würde gerne mal auf deine Tätigkeit nochmal eingehen und einen kleinen Schwenker machen.
00:14:55: Wie
00:14:56: führst du so eine... wie du sie nennst Revitalisierung oder auch Restrukturierung durch, wenn du bei einer Firma auf so ein Mandat bist.
00:15:05: Kannst du das mal beschreiben?
00:15:06: Ja,
00:15:07: zuerst gilt es natürlich, das Problem zu verstehen.
00:15:11: Wo hackt es?
00:15:12: Sind es Qualitätsprobleme?
00:15:14: Sind es im Prinzip Umsatzprobleme?
00:15:17: Gehen wir auch in den falschen Markt hinein?
00:15:20: Sind wir zu breit anstatt?
00:15:23: Zu wenig Spitz, das heißt für mich immer, haben wir genügend Fokus oder wollen wir ein bisschen alles machen?
00:15:30: und in der Industrie geht es heute einfach nicht mehr, dass ich alles anbiete.
00:15:35: Das ist einfach nicht mehr möglich oder ich muss mich fokussieren auf meine Spezialitäten.
00:15:39: Ist es Fassadenbau oder eben ist es Briefkastenbau, aber Briefkasten und Fassaden, gleichzeitig, das geht im Prinzip nicht.
00:15:48: Das ist ein Beispiel.
00:15:50: von einer Firma, über die ich auch unterstützt habe, und dann eben dort ein bisschen mehr Fokus reinbringen muss.
00:15:55: Also was ist der Fokus?
00:15:58: Oder wo können wir schnell arbeiten?
00:16:01: Und dann gilt es natürlich eben mit den Leuten zusammen, also mit einem Führungsteam, da muss man natürlich zuerst herausfinden, ist das Führungsteam fähig, die Probleme gemeinsam zu bewältigen?
00:16:13: oder eben braucht es Wechsel?
00:16:17: wechseln, wenn dann überhaupt wirklich zuerst in der Führung und nicht bei den Mitarbeitern.
00:16:22: Weil die Mitarbeiter sind selten, wie soll ich sagen, der Grund, warum das etwas nicht läuft.
00:16:28: Die Mitarbeiter sind bereit, vor allem in der Schweiz und in Lichtenstein, Änderungen anzugehen.
00:16:36: Also schau ich mich direkt
00:16:36: oben an der Spitze fängst du an.
00:16:39: Ist die Führung bereit?
00:16:39: Sind die auch mal bereit für einen Wandel?
00:16:42: Das ist eben wie gesagt, wenn sie nicht bereit sind, dann wird, dann ist die Revitalisierung geht dann über in eine kleine Restrukturierung, wobei die kleine Restrukturierung ist dann wirklich in der Führungssentage sehr selten.
00:16:59: weil eben meistens, dass ich arbeite mit den Personen, die schon in der Firma sind, die haben das Know-How.
00:17:05: Ich bringe die neuen Ideen rein.
00:17:07: Sie haben ihre Fachwissen und ihr Know-How seit über zehn, zwanzig Jahren und auf dem gilt es natürlich aufzubauen oder eben halt Ideen, die ich habe, mit ihnen dann abzugreichen.
00:17:18: Das ist so ein Ping-Pong-Spiel oder wo ich raus finde, geht das oder geht das nicht?
00:17:22: Also ich brauche die kompetenten Personen, wie sie eben auch ein bisschen diesen Außenblick und diese ... diese neue Ideen brauchen, um sich aus dem Problemfeld, wo sie gerade drin sind, sich rauszubewegen.
00:17:35: Also
00:17:35: ein bisschen Sparringspartner spielen.
00:17:38: Ganz klar.
00:17:39: Es ist immer ein Sparringpartner.
00:17:41: Ich komme rein und sage, ich habe Plan A und so geht es.
00:17:47: Wir sagen alles, was ich sage, da fährt der Zug drüber.
00:17:50: Das ist nicht meine Art.
00:17:52: Jede Firma hat ihre DNA und die gilt es zu verstehen.
00:17:56: Jeder Mitarbeiter und jede Führungskraft hat ihre Ziele und die gilt es zu vereinheitlichen.
00:18:02: Und dann können wir gemeinsam wirklich vorwärts gehen.
00:18:05: Und so haben wir also Turnarounds geschafft.
00:18:07: Die eine Firma hat eine Viertelmillion fast jeden Monat verloren und innerhalb von acht Monaten war man dann in den Schwarzen Zahlen wieder, in dem eben alle wirklich dann gemeinsam am ... wie soll ich sagen ... an den Zahnräden gedreht haben.
00:18:24: Ja, also
00:18:24: ich nehme mich auch, als jemand war, der gerne es hat, wenn es wirklich so ein bisschen Action ist und wenn was läuft, denn wenn alles rundlaufen würde, würdest du dich wahrscheinlich auch ein bisschen langweilen vielleicht.
00:18:34: Ich habe das gesagt, ich komme um zu gehen und wenn ich gehe, hat die Firma eine Lösung.
00:18:40: Also nach mir kann dann wieder ein anderer Geschäftsführer übernehmen, der dann eben eher dann zum Beispiel verwalten kann oder aber.
00:18:51: Aber ich komme schon bei den Problemfällen.
00:18:53: Und das sind eben nicht nur finanzielle Probleme, sondern zum Teil auch Wachstum.
00:18:57: Also die eine der Firmen hatte jedes Jahr dreißig Prozent Wachstum.
00:19:01: Und musste dann die Qualität aufrechterhalten zum Beispiel.
00:19:05: Also was auch sehr schwierig ist.
00:19:07: Wenn man sich im Prinzip innerhalb von drei Jahren verdoppelt, dann leidet meistens etwas darunter.
00:19:15: Wir haben es geschafft, eben diese Verdoppelung hinzubringen und trotzdem die Qualität sogar noch zu steigern.
00:19:21: Also das sind eben Herausforderungen.
00:19:25: Ich nenne es halt Zupacken bei echten Problemen.
00:19:27: Zupacken bei echten Herausforderungen klingt natürlich ein bisschen feiner und neutraler, politisch korrekter.
00:19:36: Wobei eben ich... Ich habe keine Angst vor Problemen und ich denke, da sollten die Personen auch nicht haben.
00:19:43: Ein Problem ist einfach im Prinzip die Differenz zwischen wohin will ich und wo stehe ich heute?
00:19:48: und der Gap, das ist im Prinzip die Problemdefinition.
00:19:53: Und dann ist die Frage, wie kommen wir hierhin?
00:19:55: Also wie, wie über, wie tun wir diesen Gap eigentlich?
00:20:00: Ja.
00:20:01: Schließen dann auch.
00:20:02: Ja, das ist ein schönes Bild, ein schöner Vergleich.
00:20:05: Zum Abschluss, Roman, habe ich noch ein paar Fragen.
00:20:07: Das ist auch eine Frage, die ich immer gerne meinen Gästen stelle.
00:20:10: Wenn du jetzt mit einer Superpower jetzt hier rausgehen könntest, ich gebe dir einen Wunsch freier.
00:20:16: Du hast die Auswahl, du kannst dir eine Superpower aussuchen.
00:20:18: Welchen Superpower würdest du dir aussuchen?
00:20:21: Also... Da ich natürlich verheiratet bin und drei Kinder habe, zwei davon sind Mädchen, sehr aktive Mädchen sogar, würde ich natürlich am liebsten die Frauen verstehen können.
00:20:31: Was aber, ich glaube es noch keinem Mann gelungen ist von dem her.
00:20:36: Nein, was ist der andere Superpower?
00:20:41: Sicherlich ... können in die Zukunft zu schauen.
00:20:46: Das heißt, wirklich, wenn man eine Idee hat, eben zu schauen, funktioniert das wirklich.
00:20:50: Also was wird, wie wird sich die Welt ändern in den nächsten fünf Jahren oder so?
00:20:55: Oder damit man die Firma schon vorbereiten kann, eben Zukunftsfähigkeit, oder?
00:21:00: Das ist schon ein Superpower, den, ja, also... Ich versuche, an dem zu arbeiten, indem man lernt, indem man von Fehlern, von anderen und von sich selber lernt, etc.
00:21:13: und sich noch ausrichtet.
00:21:15: Aber das wäre natürlich schon super, wenn man wüsste, wo es wirklich hingeht.
00:21:20: Heute sind wir in einem Umfeld, wo es nicht ... wie soll ich sagen, sehr volatil ist.
00:21:34: Ich weiss heute wirklich nicht, was morgen geht.
00:21:36: Auch politisch läuft das so viel, dass man eben jetzt auch mit den Zöllen und so weiter, also soll ich in Amerika produzieren oder hier in der Schweiz oder nach Europa gehen oder wo ist es am besten etc.
00:21:51: Und das sind dann alles... Für kleine Keumungs, die ich sehr oft betreue, das ist natürlich das riesige Entscheid.
00:21:58: Ich kann nicht einfach sagen, ich gehe ein bisschen nach Amerika, ein bisschen nach Osteuropa, sondern ich habe nur ein Team und das Team kann nur ein Projekt in dieser Größe stemmen.
00:22:10: Und es geht
00:22:10: ja relativ schnell an so eine Entscheidung.
00:22:12: Wenn Trump wieder einen Zoll entscheidet, dann fahren wir heute auf morgen.
00:22:17: Ähnlich werde ich die Diskussion nicht auf Trump herausführen, aber generell.
00:22:22: Das ist sehr volatil.
00:22:23: Wobei eben, wir haben über China gesprochen, China ist da wirklich viel langfristiger.
00:22:29: Das ist ein anderes Umfeld, dass man dort vorfindet, als dass man jetzt in Europa vorfindet.
00:22:36: Wir müssen uns da warm anziehen und wir müssen bereit sein, auch neue Wege zu gehen und so weiter.
00:22:42: Roman, welche Autobiografie würdest du dir kaufen, wenn du jetzt eine dir aussuchen könntest?
00:22:48: Ich habe mehrere Autobigaffinen schon gewesen, die, die mir am besten gefallen hatten, die würde ich nochmals kaufen, wer?
00:22:55: die von Akito Morita, das ist der Gründer von Sony Made in Japan.
00:23:00: Ich fand das damals, also ich habe sie vor knapp zwanzig Jahren gelesen, super interessant eben, wie er auf die Idee kam und ich komme aus der Rektortechnik.
00:23:13: Dass er eben gesagt hat, die Menschen wollen tragbare Musik haben, wo der Rest der Welt gesagt hat, nein, das braucht es nicht und so weit.
00:23:21: So innovativ vorzugehen, wo es noch gar kein Markt
00:23:25: gibt.
00:23:26: Das war der Walkman damals, genau.
00:23:28: Hat zuerst ein bisschen größerhaus gesehen, genau.
00:23:32: Aber das ist wie das Handyphone.
00:23:34: Damals war das auch ein Koffer, den man mit sich herumgetragen hat.
00:23:38: Wo dann auch die Leute sind, das hat keine Zukunft oder das wird nie gebraucht werden.
00:23:43: Heute könnte man das Mobile Phone nicht mehr wegdenken.
00:23:47: Das sind so ...
00:23:48: Ein Visionär, kann man sagen.
00:23:50: Ein Visionär.
00:23:51: Was mich auch fasziniert hat an ihm, dass er dann die Firma dann, also sein Nachfolger, war ein Musiker.
00:23:58: Das heißt, er hat das auch verstanden, dass eben nicht nur die Technologie wichtig ist, sondern eben auch der Markt.
00:24:04: Der Kunde.
00:24:05: Und wer hat das beste Verständnis, wenn so Musik geht, beim Kunden als eben ein Musikler, oder?
00:24:11: Also das fand ich auch sehr interessant.
00:24:15: Und dann eben auch seine Übergabe und alles geplant hat und gemacht hat, langfristig geplant hat, oder?
00:24:23: Ja,
00:24:24: spannend.
00:24:25: Abschlussfrage,
00:24:26: Roman.
00:24:27: Was ist dein Lebensmotto, dein Mission Statement, vielleicht ein Kredon nach dem du lebst?
00:24:33: Gibt's so was?
00:24:34: Ja, du hast
00:24:36: ja schon
00:24:36: zupacken bei echtem Problem.
00:24:37: Genau, das ist das eine.
00:24:39: Das andere kommt auch aus dem japanischen.
00:24:41: Das heißt, Zen war Isoge.
00:24:43: Also Zen, das ist das Gute.
00:24:45: Und Isoge, Isogebar heißt du ist schnell.
00:24:47: Also wenn du siehst, dass es Gutes zu tun gibt, dann mach es und warte nicht ab, sondern tu es.
00:24:58: Und das Dritte ist sicher, ich meine, das ist mein Ziel, was ich immer will.
00:25:01: Ich will Firmen helfen, als Interim Manager.
00:25:03: Ich will Firmen helfen, besser zu werden.
00:25:06: Das ist mein Hauptziel.
00:25:08: Besser heißt eben effizienter, kostengünstiger oder eben wie gesagt schwarze Zahlen, qualitätsbewusster, umweltfreundlicher.
00:25:20: Aber ich will wirklich Firmen helfen, besser zu werden.
00:25:22: Ich bin so.
00:25:23: Wie soll ich das sagen?
00:25:25: Wie ein Bäcker.
00:25:26: Ein Bäcker, der will am Abend sehen, wie viel Brot er gebacken hat.
00:25:30: Er will was sehen.
00:25:32: Ich gehe nicht arbeiten nur für die rechte Hosentasche.
00:25:36: Im Gegenteil, ich will wirklich sehen, dass sich die Firmen verbessert haben.
00:25:41: Und wenn ich das erreiche, dann bin ich zufrieden.
00:25:46: Roman Rauper, globaler Interimmanager, hat mir riesen Spaß gemacht dieses Gespräch.
00:25:51: Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinen spannenden Mandaten und freue mich natürlich auf weiterhin spannende Gespräche.
00:25:59: Ich auch.
00:26:00: Danke vielmals.
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